Die Woche im Rückspiegel – KW 07-2012

Griechenland: Sparpaket zerstört Europa +++ Griechenland: Wem das Sparen wirklich nützt +++ Griechenland: Sparpaket in die Existenznot +++

Athen brennt. Das so genannte Sparpaket zeigt seine Wirkung. Ich bin entsetzt, betrübt, traurig und wütend. Artikel und Bilder über ausgesetzte Kinder in Griechenland ertrage ich nicht, weil ich ein schwaches Nervenkostüm habe und mir seit jeher von Europa etwas anderes versprochen habe. Ich wuchs in einer Generation heran, die sich dafür schämte Deutscher zu sein. Und in diesen Tagen muss man lesen, Europa soll deutscher werden. Was für mich nichts anderes heißt, als mich zu schämen, Europäer zu sein.

Was auch immer im griechischen Staat verkehrt gelaufen sein mag, es berechtigt uns nicht, den Besserwisser zu spielen und Millionen von Menschen zu demütigen. Es berechtigt uns erst recht nicht, Millionen von Menschen hierzulande propagandistisch zu verblenden und Nationalismus zu schüren, indem man das angebliche Versagen der Griechen anprangert und so genannte Hilfszahlungen hinauszögert, bis die Bedingungen, an die sie geknüpft sind, vollständig erfüllt sind.

Die Griechen – also die Menschen in Griechenland – lehnen diese Hilfe längst ab, weil sie wissen, dass sie ausschließlich die Banken retten, nicht jedoch ihr Land. Und wir Deutschen täten gut daran zu begreifen, dass mit den »Banken« auch die schwäbische Hausfrau gemeint ist bzw. deren Lebensversicherung.

Griechenland ist – aus wirtschaftlicher Sicht – für Europa, was Hessen für Deutschland ist. Würden wir Deutschen Hessen jemals so erniedrigen? Nein? Warum nicht? Weshalb können schwache Länder wie Bremen, Berlin oder das Saarland trotz Klagen aus Bayern überleben? Und apropos Bayern: Was hat die europäische Schuldenkrise mit der deutschen Reichseinigung gemein? Was das Spardiktat mit bedingungsloser Kapitulation? Ähnlichkeiten sind rein zufällig und selbstverständlich unbeabsichtigt … – Ihr merkt schon, ein Special im Rückspiegel.

 

Linktipps zum Wochenende

»Dass die Integration der Arbeitnehmervertreter durch Korruption und lasche Zugeständnisse in Deutschland hervorragend funktioniert, wissen wir. Dass ‘sozialdemokratische’ Parteien, die sich gar “sozialistisch” nennen, inzwischen europaweit derart mit dem System verfilzt sind, dass sie die Geldsäcke auch dann noch ‘retten’, wenn daneben ein Genosse ersäuft, nehmen wir zur Kenntnis. Aber wer hat darauf gebaut, dass die Opfer dieser alternativlosen Maßnahmen ewig in Apathie verharren? Erstaunlich, dass nach den Krawallen in Athen nicht wie üblich von “Chaoten” und “Extremisten” die Rede ist. Setzt sich da Erkenntnis durch?«

Feynsinn » Europa ist schon tot

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»Vom ersten „Sparpaket“ an herrschte unter den Akteuren Einigkeit darüber, dass man die völlige Zerstörung der griechischen Gesellschaft in Kauf nimmt, um Vermögen von unten nach oben zu verteilen und die europäischen Staaten Schritt für Schritt in die finanzfaschistische Diktatur zu zwingen.«

Wie wir Griechenland zerstören | Jacob Jung Blog

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»Wie hier ausgeführt, existiert der häufig erwähnte Ausgleich der Zentralbankverluste durch den Steuerzahler allenfalls in den Köpfen der schreibenden Zunft. An dieser Stelle muss natürlich die Frage gestattet sein, ob die Journalisten und Kommentatoren es nicht besser wissen oder vorsätzlich Lügen streuen. Wenn Letzteres bei einigen Journalisten der Fall sein sollte, muss man natürlich auch nach dem Cui bono fragen – wem nützt es? Die Antwort dürfte nicht schwerfallen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Eurokrise (und hier vor allem die Griechenlandkrise) mittels progressiver Zentralbankpolitik zu entschärfen. Ohne Griechenland- und Eurokrise hätte die Bundesregierung jedoch keinen Hebel mehr, anderen europäischen Ländern ihre neoliberale Politik aufzuzwingen.«

Die Milliardenlüge | NachDenkSeiten

 

Ein schönes Wochenende wünscht
Klaus-Dieter Knoll
aka kadekMEDIEN

 

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