Obwohl schon alles darüber gesagt wurde (und wie ich meine, auch von jedem), gerät man immer noch an erstaunlich viele Leute, die keine genaue Vorstellung von Social Media Marketing haben. Das einzige Missverständnis, das sich geklärt zu haben scheint, ist die Mär vom kostenlosen Goldesel. Richtig gute Social Media Kampagnen sind nicht weniger aufwändig als in anderen Medien auch.
In erster Linie geht es aber nicht um etwaige Kampagnen, sondern um nachhaltige Präsenz. Daraus ergeben sich neue Kontakte und mit ihnen neue Möglichkeiten, sowie eine Stärkung bestehender Kundenbeziehungen und Brandingeffekte. Die folgenden 9 Tipps für erfolgreiches Social Media Marketing tragen vielleicht zu einem besseren Verständnis bei.
1. Regelmäßiges Aktualisieren
Viele richten sich euphorisch ihre Profile ein, schauen sich ein paar Tage lang um und wenden sich dann anscheinend anderen Sachen zu, ohne den Schaden zu bemerken, den sie sich selbst zufügen. Man muss nicht jeden Tag einen Blogpost schreiben, aber seinen Status auf G+, Twitter oder Facebook täglich zu aktualisieren, ist keineswegs zu viel verlangt.
Einerseits sind diese Meldungen die Grundlage der Beziehungen im Social Web. Andererseits hinterlassen sie eine Wirkung auf potenzielle Neukunden, die eventuell das Profil besuchen, um sich einen Eindruck über den Anbieter zu verschaffen. Unregelmäßig oder selten aktualisierte Profile signalisieren diesen Unzuverlässigkeit oder Inaktivität. Nur einen Klick weiter deutet bei der Konkurrenz alles darauf hin, der vertrauenswürdigere Anbieter zu sein.
2. Kein Pitchen
Wie bereits erwähnt, geht es im Social Media um Beziehungsaufbau und -pflege, und nicht darum, den nächstbesten Kontakt mit seiner Geschäftsidee zu behelligen. Direkte Werbung ist verpönt. Und es hat auch etwas mit Achtung zu tun, wie man mit jemand in Kontakt tritt. Nicht jeder Interessierte hat auch sofort einen Auftrag zu vergeben. Ein Pitch im Social Media ist völlig unangebracht und zerstört mehr als er je bewirken könnte.
3. Kommunizieren
Man muss weder jeden Post eines anderen kommentieren, noch auf jeden Kommentar anderer auf den eigenen Posts reagieren. Aber sich taub stellen, gilt auch nicht. Wie sollte man denn mit anderen in Kontakt kommen, ohne zu kommunizieren? Sich einbringen, Kommentare erwidern, wo es angebracht scheint, zu einer spannenden Diskussion etwas beitragen, wenn man was dazu zu sagen hat und die Zeit es erlaubt. Mit Fragen auf eigenen Posts seine Leserschaft einbeziehen, und Fragen anderer beantworten, wenn man es kann.
4. Überlegen, was man postet
Was man ins Internet schreibt ist öffentlich und es bleibt ewig erhalten. Daran sollte man stets denken und ruhig überlegen, was man postet, anstatt spontanen Impulsen nachzugehen. Gibt es etwas, von dem man möchte, dass nicht jeder es sehen kann, sollte man es nicht ins Internet posten.
5. Mit Kritik umgehen
Manche Kunden haben einfach einen schlechten Tag und lassen ihre Laune in einem Kommentar auf Ihrer Seite ab. Lassen Sie das stehen, löschen Sie keine negativen Kommentare. Wenn es nur einer ist, kann man ihn ignorieren. Es sei denn, man muss etwas richtig stellen, weil das Unternehmen sonst für andere Leser in einem schlechten Licht erscheint.
Man sollte aber auch bedenken, dass jeder Fehler macht und nicht jede Kritik ungerechtfertigt oder ungerecht ist. Also geht man auf berechtigte Kritik mit Demut ein und ergänzt lediglich seinen Standpunkt.
Bei mehreren kritischen Kommentaren ist es nicht notwendig, auf jeden einzeln einzugehen. Stattdessen wendet man sich in einem Statement an die Allgemeinheit der Kommentierenden und beteuert, die Fehler zu analysieren, um daraus zu lernen.
6. Auf andere verlinken
Anstatt immer eigene Inhalte zu posten, darf und soll man auch auf andere verlinken. Allerdings gilt auch hier, zuvor zu überlegen, ob der Post relevant ist. Jeder Beitrag muss in doppelter Hinsicht relevant sein: relevant fürs eigene Unternehmen, da er die Selbstdarstellung mitformt, sowie relevant fürs eigene Publikum. Verhindern Sie, ausschließlich als Retweeter wahrgenommen zu werden.
7. Teilen im Sinne von mitteilen
Es gibt keinen Grund, die menschliche Seite des Unternehmens zu verbergen. Gibt es ein Grillfest oder irgendetwas Außergewöhnliches im Alltag, das Mitarbeiter fotografieren oder filmen, kann man diese Fotos oder Videos auch zeigen. Derlei Inhalte vermitteln immer ein positives Images.
8. Einen wöchentlichen Trend setzen
Etwas einmal die Woche zu einem festgelegten Zeitpunkt zu teilen, setzt einen Trend, der von den eigenen Followern bereitwillig aufgegriffen wird. Das kann eine bestimmte Art Inhalt sein, oder ein Angebot der Woche, falls Sie einen Shop betreiben. Trends sprechen sich immer herum, bringen Traffic und steigern die Kundenbindung.
9. Accounts außerhalb der Plattformen bekannt machen
Die eigenen Aktivitäten im Social Web zu bewerben ist schön und gut, um dort Aufmerksamkeit zu erlangen. Genauso wichtig ist es aber, außerhalb der Plattformen die Aufmerksamkeit von Kunden und Interessenten auf die eigenen Accounts zu lenken. Die Logos der Plattformen oder verbale Hinweise können auf Briefbogen, Visitenkarten und in E-Mail-Signaturen untergebracht werden. Auf Geschäftsdrucksachen macht sich auch ein QR-Code mit Link zur Facebook-Seite gut. Und wenn Sie ein Ladengeschäft betreiben, spricht nichts gegen einen Aufkleber »Werden Sie unser Fan!«
Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
aka kadekMEDIEN


29. August 2011 


Das sind kurze und aussagekräftige Tipps, die es einem Neueinsteiger wie mir leichter machen, sich besser und schneller im Social Media zurecht zu finden.
Schließlich benötige ich ja auch noch Zeit, um mein Unternehmen voran zu treiben:-)