Die von Google in den letzten Wochen herbeigeführten Änderungen zeigen sehr schön den Unterschied der Geschäftsmodelle zwischen den beiden Giganten des Internets auf. Während Google mit seinen Diensten auf dem freien Internet aufsetzt, Informationen strukturiert auffindbar macht und neuerdings um eine gelungene Social Networking-Plattform gruppiert, setzt Facebook auf ein geschlossenes System. Facebook dehnt zwar Features seiner Social Networking-Plattform immer weiter ins Internet aus, aber nicht, um sein geschlossenes System zu öffnen, sondern um sich Daten von außen einzuverleiben. Nur so hatte es überhaupt eine Chance, zum Konkurrenten für Google heranzuwachsen. Nun aber scheint es an seine Grenzen zu stoßen.
Was bedeutet das für die Social Media Optimierung?
Es ist keine Neuigkeit, dass man zuerst seine Ziele definiert, erkundet, ob und wenn ja wie stark die eigene Zielgruppe auf dieser Plattform vertreten ist, bevor man eine Facebook-Seite einrichtet. Ebenso gehört eine Content-Strategie zur Social Media-Planung, der gemäß die Seite regelmäßig befüllt wird. Dies geschieht aber auch nicht zum Selbstzweck, sondern um Interaktionen zu bewirken, die sich in Kundenbindungs- und Markenstärkungseffekten niederschlagen.
Bei Google stellen sich diese Fragen derzeit noch nicht. Jeder googelt irgendwann einmal, also kann man davon ausgehen, dass die eigene Zielgruppe darunter ist. Und man muss kein Google+-Profil haben, um sein Unternehmen auf extra dafür vorgesehen Seiten bei Google-Maps oder Places zu präsentieren. Auf den Suchergebnisseiten zeigen Markierungen deutlich, ob und wo ein Unternehmen auf Maps verzeichnet ist. Weitere Hinweise zeigen an, ob eine Places-Seite vorhanden ist und ob es bereits Erfahrungsberichte und Bewertungen gibt.

Die Places-Seite samt Bewertungen wird in den Suchergebnissen
prominenter hervorgehoben als die Links zu externen Bewertungsplattformen
Selbstverständlich wirken diese Hinweise besonders attraktiv. Der Suchende erkennt auf einen Blick, ob er zum Suchergebnis auch eine Selbstdarstellung des betreffenden Unternehmens findet und was Nutzer dazu sagen. Wobei der Suchende den Nutzerbewertungen eine ebenso hohe Glaubwürdigkeit beimisst wie Empfehlungen von Bekannten. Man kann also davon ausgehen, dass der Suchende seine Suche mit einem Klick auf Places verfeinern wird, und damit alle Suchtreffer herausfiltert, die diese Chance bisher noch nicht ergriffen haben.
Neuerdings werden die Empfehlungen anderer Bewertungsplattformen nur noch als zusätzliche Links angezeigt. Sie befinden sich zwar genau unter den Suchergebnissen, werden aber nicht so prominent hervorgehoben wie die Links zu den Places-Seiten. Unter den Places-Bewertungen findet man diese Links zu externen Plattformen noch einmal, aber wer klickt sie da noch an? Die bisher generierten Einträge auf Qype oder Yelp sind für Unternehmen seitdem weniger wertvoll als solche, die direkt auf Places oder Hotpot abgegeben wurden. Auch die Berücksichtigung von Beiträgen in den allgemeinen Suchergebnissen, die von G+-Mitgliedern geplusst wurden, stellt eine Stärkung der Social Search dar und führt fast schon zur Notwendigkeit, plussenswerte Inhalte anzubieten.

Links zu externen Bewertungsplattformen finden sich am Ende der Places-Seite.
Aber wer klickt sie da noch an?
Für Unternehmen, die es bisher versäumt haben, diese frei zugänglichen Möglichkeiten zur Selbstdarstellung zu nutzen, wird es höchste Zeit dies nachzuholen, um nicht auf den hinteren Rängen der Suchergebnisse zu landen oder herausgefiltert zu werden. In absehbarer Zeit wird es auch auf G+ Unternehmensseiten geben, und dann wird man auch für Google eine Content-Strategie benötigen.
Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
aka kadekMEDIEN


22. August 2011 
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