Die Woche im Rückspiegel – KW 15-2011

Zensur durch die Hintertür: Netzsperren gegen Glücksspielsucht +++ Netzsperren: Politik muss Kontrollverlust akzeptieren lernen +++ Marketing mittels Crowdsourcing: Das Web tickt anders +++ Social Media: Nutzerzahlen keine Entscheidungshilfe +++ re:publica XI: Video killed the TV-Show +++ Die beste Medienpolitik ist keine Medienpolitik +++
 

 
Internet, Medien, Politik – diese drei Begriffe bestimmten das Geschehen in dieser Woche, frei nach dem Motto »Jetzt wächst zusammen, was nicht passt« (oder so ähnlich). Während in Berlin auf der re:publica XI die Gründung der Digitalen Gesellschaft bekannt gegeben wurde, versuchten sich Ewiggestrige in politischen Ämtern wieder einmal daran, ihren Kontrollverlust unter Kontrolle zu bringen. – Ausnahmsweise beginnt der Rückspiegel KW 15.2011 mit einem Ausblick in die Zukunft:
 

 

Linktipps zum Wochenende

 

 
»„Wir erleben hier einen weiteren Versuch, eine Zensurinfrastruktur in Deutschland aufzubauen. Diesmal kommt er unter dem Deckmäntelchen der Prävention von Glücksspielsucht, wahrscheinlicher ist jedoch die Furcht vor Steuereinnahmeverlusten durch ausländische Glücksspielseiten“, erklärt Benjamin Stöcker, Mitglied im AK Zensur. „Damit wird dem freien Zugang zu Informationen im Netz der Kampf angesagt. Dabei dachten wir, die Politik hätte aus den Debakeln beim Jugendmedienschutzstaatsvertrag und dem Zugangserschwerungsgesetz gelernt.“«

CCC | Warnung vor dem Einschleppen von Netzsperren durch neuen Glücksspielstaatsvertrag

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https://twitter.com/#!/tuetete/status/57022316839841792

 
»Das ständig wiederkehrende Netzsperrengetöse wäre für sich genommen schon unangenehm genug. Wirklich gefährlich für die digitale Gesellschaft ist aber der politpsychologische Hintergrund: Die Pläne für Netzsperren sind hilfloser Ausdruck und zugleich Vorbote eines erbitterten Kampfs gegen den Kontrollverlust mit bedrohlichen Kollateralschäden. Die noch herrschende Politik des 20. Jahrhunderts kann und will nicht akzeptieren, dass mit der digitalen Vernetzung automatisch ein erheblicher Kontrollverlust für sie einhergeht.«

S.P.O.N. – Die Mensch-Maschine: Warum die Politik Netzsperren liebt – SPIEGEL ONLINE

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http://twitter.com/#!/peterbreuer/status/56438944266596352

 
»Ich möchte mich nicht zu weit über das Spülbecken lehnen, aber ich vermute mal: „Schmeckt lecker nach Hähnchen!“ könnte da durchs Auffangsieb rutschen. Da müssten also schon die Top 10 komplett mit Gaga-Entwürfen à la „Hähnchengeschmack“ befüllt werden, um diesen Sicherheits-Stopfen zu umgehen und den ganzen Wettbewerb in den Orkus zu spülen. Und irgendwie wär’s dann auch wieder schade drum, schließlich gibt’s ja genügend Wettbewerbsteilnehmer, die es ernst meinen und sich eventuell sogar Mühe gegeben haben…«

Wenn Social Media aus dem Ruder läuft: Pril „Hähnchengeschmack“ » t3n News

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»Nutzerzahlen vermitteln ein erstes Bild zur Relevanz von Social Media und sind sicherlich bei der Überzeugungsarbeit wichtig. Nur unterschiedet sich die innere Logik von Social Media fundamental von der Logik klassischer Medien. Eben weil der Netzwerkeffekt fehlt, gibt die Auflagenhöhe ein weit realistischeres Bild der Reichweite, als dies Follower-Zahlen tun. Wenn nun die Überzeugungsarbeit bei den höher, schneller, weiter Zahlen stehen bleibt, läuft man Gefahr, dass das Verständnis für Social Media auf der Strecke bleibt. Eigentlich müsste man sogar umgekehrt anfangen, denn erst wenn man die Wirkungsweise von Social Media verstanden hat, kann man die Zahlen richtig interpretieren.«

Totterturm » Höher, schneller, weiter: Was sagen Nutzerzahlen eigentlich aus?

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»Wir haben uns auf jeden Fall umgehört zu meinem Leib- und Magenthema: Das Ende des Fernsehens ist nicht das Ende der Welt, sondern die Zukunft des Netzes. Bewegte Bilder erobern das Internet in einem Tempo, das mir als Video-Produzentin das Herz höher schlagen lässt. Jetzt muss es nur noch jeder begreifen, der eine Website hat und ich werde reich, schön und glücklich…«

Das Fernsehen ist tot, es lebe das Netz | pr-blogger.de

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»Für die Medienpolitik stellt sich angesichts der neuen Medienrealitäten die Frage nach der Restrukturierung ihrer Kontrollregime. Die Zergliederung und Isolierung der Regulierungsmaterien in verschiedenen Arenen – Rundfunkregulierung, Telekommunikationsregulierung, regionale und nationale Filmförderung, Jugendmedienschutz etc. – sowie die Zerstreuung der Kompetenzen auf die unterschiedlichsten Träger – öffentlich-rechtliche Anstalten, Landesmedienanstalten, Filmförderungsanstalt, Bundeskartellamt etc. – kann schwerlich als effiziente Lösung bezeichnet werden.«

Das Elend der deutschen Medienpolitik — CARTA

 

Ein schönes Wochenende wünscht
Klaus-Dieter Knoll
aka kadekMEDIEN

 

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