Die Woche im Rückspiegel – KW 12-2011

Vorratsdatenspeicherung: Statistik straft Behauptung vom »rechtsfreien Raum Internet« Lügen +++ Energiewende: Positives Leitbild wichtiger als Anti-Atom-Demos +++ Social Media in Unternehmen: Fake-Accounts täuschen Stammbelegschaften vor +++ Like-Button auf Websites: Verstoß gegen Datenschutz? +++ Medien: Sensationsmache und Abschreiben, bloß nicht nachdenken und aufklären +++
 

 
Das Jahr 2011 weist zwar – zumindest bis jetzt – eine »ungewöhnliche Ereignisdichte und erstaunlich hohe Prozessgeschwindigkeit« auf, aber die Blogger und Twitterer schienen in dieser Woche eher ein wenig erschöpft von den Ereignissen in den Wochen zuvor. Was natürlich nicht heißen soll, die 12. Kalenderwoche 2011 wäre ereignisarm oder weniger unterhaltsam gewesen. Aber am besten sehen Sie selbst nach, wie immer hier im Rückspiegel.
 

Linktipps zum Wochenende

 

 
»Die jetzt vorliegende Kriminalstatistik des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen für das Jahr 2010 enthüllt: Nach dem Ende der anlasslosen Vorratsspeicherung aller Verbindungsdaten sinkt die Zahl der registrierten Internetdelikte. Die Aufklärung ist dagegen überdurchschnittlich erfolgreich. Bürgerrechtler vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung warnen deshalb vor einem weiteren Anlauf zu einer verdachtslosen Vorratsdatenspeicherung.«

Totalspeicherung total überflüssig | law blog

***
 

 
»Wo käme man denn hin, wenn Städte und Kommunen auf dezentrale und hocheffiziente Konzepte setzen würden, sich abkoppeln von den Stromkonzernen und damit unabhängiger das Energiemanagement regeln. Das stinkt nach mehr Wettbewerb, schwächt die Möglichkeiten für politische Muskelspiele und verringert das Spielfeld für die Lobbyisten der zerbröselnden Deutschland AG. Wer von den Preisrisiken eines Atomausstiegs redet, sollte über das Abwälzen von Kosten und Risiken der Atomenergie auf die Steuerzahler nicht schweigen. Würde man die Gesamtkosten in den Strompreis einrechnen und die Milliarden Euros an Fördergeldern für AKWs raus rechnen – Ökonomen nennen das Internalisierung externer Effekte – müssten wir schon längst weitaus mehr für eine Kilowattstunde berappen.«

Fortschritt durch Ausstieg – Innovationsbremse Atomstrom | The European

***
 

http://twitter.com/RumbaDelSol/statuses/50821281398013952

 
»Kunden brauchen, so scheint es, eine Konstante, auch wenn der Personalapparat dies gar nicht zulässt. Ob sich die Umworbenen im Schein der Hochglanz-Stockphotos heimelig fühlen oder eher Misstrauen hegen, wird vom Einzelfall abhängen. Je akribischer ein Profil aufgebaut und je persönlicher die Kommunikation mit eben jenem abläuft, desto weniger Verdacht wird der gemeine Kunde aber vermutlich schöpfen. In einer Social-Media-Welt, in der es den Unternehmen immer mehr um Vetrauensaufbau geht, kann eine solche Kundenverblendung jedoch schnell ins Gegenteil umschlagen.«

Fake-Accounts in Unternehmen: Wer ist Lena Berger? – PR-Fundsachen

***
 

http://twitter.com/reginapichler/statuses/50965579405852672

 
»Weil man beim Aufrufen der Seite des Händlers nicht über die oben erläuterte Übermittlung von Daten an Facebook informiert wurde, erhielt er eine Abmahnung von einem Konkurrenten, der ihn zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung aufforderte. …
Das Landgericht Berlin hat die Sache laut Solmecke jedoch anders gesehen und wies den Antrag zurück (Az. 91 O 25/11). Einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht könne es hier nicht sehen. Der läge nämlich nur vor, wenn der Verstoß des Händlers gegen das Datenschutzrecht, den der “Abmahner” hier vorbrachte, auch noch als „unlauter“ im Sinne von § 4 Nr. 11 UWG anzusehen sei.«

Sie ist da: Die erste Gerichtsentscheidung zu Facebooks “Like-Button” » kriegs-recht.de

***
 

 
»Tagelang beschäftigte uns die Frage: Hat es eine oder mehrere Kernschmelzen gegeben oder nicht? Keine Redaktion mit Massenreichweite hat versucht, den Begriff einzuordnen. Was ist eine Kernschmelze? Für den Medienkonsumenten klingt Kernschmelze schlimm, furchtbar atomar. Es ist der zentrale Begriff der weltweiten Tschernophobie. Kernschmelze bezeichnet aber keinen Vorgang im “Atomkern” sondern im “Reaktorkern”. Die meisten Menschen wissen das aber nicht. Könnte es nicht sogar sein, dass eine Kernschmelze thermonuklear günstiger verläuft als die Verstrahlung der Umwelt durch freiliegende Brennstäbe? Dafür bin ich kein Fachmann, nur jemand, der sich an seinen Physikunterricht und den Energieerhaltungssatz erinnert. Aber die Frage muss gestellt werden. Nur weil das sichtbare Ausmaß geringer scheint als in Tschernobyl, darf Licht im Kontrollraum nicht gefeiert werden wie eine Erlösung.«

Der Medien-GAU – größter anzunehmender Unfug – Mathias Priebe

 

Ein schönes Wochenende wünscht
Klaus-Dieter Knoll
aka kadekMEDIEN

 

About these ads

About kadekmedien

KREATIV seit ich DENKEN kann. – Design • Print & Digital

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 2.093 Followern an

%d Bloggern gefällt das: