Faszination Social Media: Der Social Media Newsroom

Social Media fasziniert immer mehr Menschen. Einerseits wird seit langem und im Internet an jeder Ecke nachlesbar verbreitet, alle zukünftigen Erfolgschancen lägen im Social Media. Andererseits ruft ein von der Euphorie einer vergleichsweise kleinen Gruppe getragener Hype immer Skepsis und Argwohn bei einer noch nicht involvierten Mehrheit hervor. Das ist bei Social Media nicht anders, und gerade durch die unproportionale gegensätzliche Wahrnehmung polarisiert es, wodurch es allgemein attraktiv erscheint.

Fakt ist, das Internet hat sich gewandelt. Kennzeichnete der inzwischen etwas abgenutzte Begriff Web2.0 noch die zum Mitmachen anregenden Technologien, entstand aus den darauf aufbauenden Netzwerk- und Publikationsplattformen und der Art und Weise, wie Nutzer diese miteinander verbinden, eine ganz neue Sphäre. Eine Unterscheidung zwischen Technologien, Diensten, Plattformen, Netzwerken und Tools macht nicht mehr wirklich Sinn. Wie auch immer Motivation und Ziele aussehen mögen, wer sich im Internet präsentieren will, kommt an Social Media nicht vorbei.

Unproportionale gegensätzliche Wahrnehmung
Eine Minderheit ist euphorisch, wenn sie davon spricht. Aber die Mehrheit wird skeptisch, wenn sie davon hört.

Firmen, die ihre Chancen im Social Media erkannt haben, beginnen aktiv den Dialog mit ihrer Interessengruppe. Ein Ausdruck dieser Öffnung ist die Bereitstellung relevanter Informationen für eine neue Nutzergruppe im Social Media Newsroom. Da es sich ohnehin um Informationen handelt, die zur Veröffentlichung bestimmt sind, ist dieser Schritt nur allzu logisch. Dennoch erfordert es einigen Mut – oder besser gesagt: Vertrauen –, ihn zu gehen.

Journalisten, die bisher in oftmals passwortgeschützten Bereichen der Firmenwebsite Zugriff auf Pressemitteilungen, Geschäftsberichte, hochauflösende Fotos u.ä. hatten, sind nicht mehr die einzigen Multiplikatoren. Blogger sowie bloggende Kunden und Partner übernehmen diese Funktion bereitwillig und erfüllen sie ebenso gut. Sie erreichen zwar meist nicht annähernd die Reichweite klassischer Medien, dafür genießen ihre Publikationen ein höheres Vertrauen bei ihrer Leserschaft. Und diese deckt sich oftmals mit der eigenen Zielgruppe. Etwas Besseres als die Empfehlungen aussprechende eigene Klientel kann es für ein Unternehmen eigentlich nicht geben.

Das Wort Newsroom bezeichnet also im Grunde den in die Firmenwebsite integrierten erweiterten Pressebereich. Die kuratorische Funktion des Social Media Newsrooms reicht aber weit über das Erreichen neuer Multiplikatoren hinaus. Sämtliche auf den unterschiedlichsten Plattformen im Internet verteilten Informationen lassen sich dank Monitoring auffinden und in einem Newsroom zusammenführen. Dabei sind gerade auch die von Bloggern oder internetaffinen Kunden erstellten Inhalte interessant, bilden Sie doch die Sicht der eigenen Interessengruppe aufs Unternehmen ab. Und in den allermeisten Fällen ist das eine positive Sicht oder gut gemeinte Kritik, die dabei hilft, angebotene Dienstleistungen, Produkte oder den Kundendienst zu verbessern.

Ein Social Media Newsroom ist auch das Werkzeug erster Wahl, wenn es gilt, sich der besonderen Herausforderung durch plötzlich auftretende kritische Situationen zu stellen. Journalisten und Blogger suchen immer zuerst auf der Firmenwebsite nach autorisierten aktuellen Informationen. Die dialogorientierte Öffnung bewährt sich in Krisenzeiten, da gerade Influencer dabei helfen, der kontraproduktiven Verbreitung von Gerüchten zeitnah entgegenzuwirken. Stattdessen bestärken sie durch sachliche Berichterstattung das in der Öffentlichkeit entstandene Bild des authentisch kommunizierenden Unternehmens.

Die Entscheidung für einen Social Media Newsroom hängt genau wie die Wahl anderer Social Media Werkzeuge von den zu erreichenden Zielen und der gewählten Strategie ab. Kleinere Firmen, deren Kommunikationsumfang an sich deutlich geringer ausfällt als der größerer Unternehmen, können den Dialog mit ihrer Zielgruppe durchaus auch im eigenen Blog und auf der Facebook-Seite organisieren und mittels Twitter auf zahlreiche weitere Plattformen hyperdistributieren. Ein rasch eingerichtetes Dashboard auf einer externen Plattform hilft dann, sowohl die überall verstreuten als auch die von Influencern und Multiplikatoren daraus neu generierten Inhalte an zentraler Stelle zusammenzuführen. Bei einem größerem Kommunikationsvolumen hingegen empfiehlt sich der eigene in die Firmenwebsite integrierte Social Media Newsroom schon aus Reputationsgründen.

Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
aka kadekMEDIEN

 

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Über kadekmedien

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4 Antworten zu “Faszination Social Media: Der Social Media Newsroom”

  1. “hyperdistributieren” – … ach wie schön.

  2. Danke für den hervorragenden Artikel! Ein kurzer Kommentar: Neben den Zielgruppen außerhalb des Unternehmens können auch Zielgruppen im Unternehmen selbst (Management, Mitarbeiter) von einem Social Media Newsroom profitieren, da auch sie einen besseren Überblick erhalten. Das wird in der Argumentation oft vergessen, ist aber im Unternehmensalltag ein großer Vorteil eines Social Media Newsrooms.

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