Die Woche im Rückspiegel – 30. KW

Tote bei Massenpanik auf Duisburger Loveparade: Niemand wird sagen können, es war nicht vorhersehbar +++ Offenbarungseid menschlicher Niedertracht +++ Aufklärer im Netz +++ Nachruf auf die Loveparade +++ Quote vs. Gebühr: Die öffentlich-rechtliche Legitimationskrise +++ Foursquare zu früh dran +++ Ersetzt Facebook die Homepage? +++ Social Media: Spaß und Zeitvertreib für Konsumenten +++ Lesenwerter Kommentar zur Wikileaks Enthüllung brisanter Afghanistan Kriegsdokumente +++ Das WikiLeaks Paradox +++ Kontrollverlust und Transparenz — Was für eine tragische Woche! Immerhin hat sich das Internet als Quell der Aufklärung bewährt. Hier noch einmal das Wichtigste zusammengefasst im Rückspiegel.

Linktipps zum Wochenende
 

»Duisburg wird sich spätestens am Sonntag sehnlichst wünschen, die Loveparade nicht ausgerichtet zu haben.«

kellerabteiltumblr – Mein Nachbar arbeitet bei der Feuerwehr

***

»Fest steht: Adolf Sauerland wollte sich selbst mit der Loveparade ein Denkmal setzen. Statt eines Denkmals hat er nun einen Grabstein. Wer zusammen mit den großen Hunden pinkeln will, muss sein Bein auch hoch genug bekommen. Duisburg hätte auf dem ehemaligen Güterbahnhof mit dem kostensparenden Sicherheitskonzept vielleicht eine Veranstaltung mit 350.000 Besuchern abhalten können – aber keine Loveparade.

Der Spiegelfechter – Tod an der Rampe

***

»Schon im Vorfeld der Loveparade hatten etliche Internetnutzer vor den Sicherheitsrisiken des Großereignisses gewarnt. Doch so oft diese Warnungen (“ich sehe schon Tote”) jetzt zitiert wurden, so wenig fanden sie vor dem Unglück Beachtung. … An der sozialen Funktion von Twitter gibt es indes keine Zweifel.«

ZEIT ONLINE – Soziale Netzwerke: Wie Netzdokumente aufklären helfen

***

»Festhalten muss man, dass die Love Parade weder an Alkohol noch an Designer-Drogen oder zu lauter Musik zugrunde gegangen ist, sondern daran, dass man aus der bewegten eine gestaute Masse machen wollte, eingezäunt und eingeengt in eine Arena, als handle es sich bei dieser Feier, die doch der tänzerischen Freiräume bedarf, um den Besuch eines Fussballspiels. Als die Love Parade starb, war sie nicht sie selbst.«

NZZ Online – Bei ihrem Tode war sie nicht sie selbst

***

»Die Quote ist der Widerspruch schlechthin zur Gebührenfinanzierung. Die Quote heißt Markt, die Gebühr heißt Unabhängigkeit vom Markt. Mit anderen Worten: Wenn das öffentlich-rechtliche System seine Legitimationskrise lösen will, dann muss es sich zwischen Quote und Gebühr entscheiden.«

ZEIT ONLINE – Öffentlich-rechtliche Sender: Vom Volk bezahlte Verblödung

***

»Während es generell eine gute Idee ist, nach vorn zu schauen und das Marketing seines Unternehmens an die neuen Technologien anzupassen, zeigt eine neue Studie, dass der Einsatz von geobasierten Diensten wie Foursquare für Werbzwecke womöglich doch ein wenig verfrüht ist.«

Netathlet – Social Media Marketing-Studie: Wie werbewirksam ist Foursquare wirklich? (Studie)

***

»Vielleicht ist das ganze ja nur ein kurzfristiger Publicity-Gag mit dem Ziel, die Fanbase auf Facebook in die Höhe zu treiben, und in einer Woche wird die Weiterleitung wieder aufgehoben. Immerhin hat FHM derzeit fast zehn mal so viele Facebook-Fans wie die Men’s Health. Aus SEO Sicht wäre diese Strategie zwar Irrsinn, aber es mag gut sein, dass man bei FHM wenig Wert auf Suchmaschinentraffic legt. Falls die Facebook Page wirklich eine Website ersetzen soll, dann gibt es dort noch viel zu tun.«

Webmaster Blog – Ist Facebook das Ende der Homepage?

***

»Ich bin im B2B Bereich. Die Entscheider meiner Kunden sind meist (beruflich) nicht im Social Media Web. Ich muss sie anders erreichen. … Aus diesen Gründen halte ich Social Media Plattformen wirtschaftlich für ziemlich bescheidene Plattformen. Ungeachtet der Nutzerzahlen und Umsätze, die die Plattformbetreiber erwirtschaften. Das ist wie mit den Schaufel- und Jeansherstellern während des Goldrauschs. Für des Kaisers neue Kleider.«

Sprechblase – Social Media: Des Kaisers neue Kleider

***

»Der Irakkrieg wurde auf Lügen aufgebaut und im Fall Afghanistan wurden Öffentlichkeit und Parlament mindest im Dunklen gelassen bzw. gar nicht oder sogar falsch informiert. Soweit man das jetzt beurteilen kann, hat nun einen dritte Seite, nämlich Wikileaks in Verbindung mit den Medien ein Teil der Kontrollfunktion übernommen. Sicher auch mit zweifelhaften oder gar gefährlichen Nebeneffekten. Denn zu denen, die die Dokumente akribisch auswerten werden, werden mit Sicherheit auch die Taliban und Al Kaida gehören.«

julius01 – Auch das zu Guttenberg-Interview in der SZ ließt sich heute anders

***

»This is the paradox of WikiLeaks’ methods. Is radical transparency compatible with total anonymity? If we don’t know who the leaker is, why he’s leaking, and how he came upon his information, can we really know the full story the document tells? More importantly, how can we know that the information is authentic? Look deeply into WikiLeaks’ efforts at radical transparency and you find complete opacity; WikiLeaks wants to shine a light on the world, but only by keeping itself shrouded in secrecy.«

Slate Magazine – The WikiLeaks Paradox: Is radical transparency compatible with total anonymity?

***

»Wenn es keine Filter mehr gibt, wenn Individuen selbst nach eigenem Ermessen über die Publikationsfähigkeit von Dokumenten entscheiden, dann schultern sie damit eine enorme Verantwortung. Mit dieser müssen sie umgehen können. Eine der Aufgaben für die Zukunft wird es sein, dieses Verantwortungsbewusstsein zu schaffen.«

netzwertig.com – Digitale Gesellschaft: Die Grenzen von Kontrollverlust und Transparenz

 

Ein schönes Wochenende wünscht
Klaus-Dieter Knoll
aka kadekMEDIEN

 

Diesen Artikel empfehlen Diesen Artikel empfehlen  |  Bloggeramt.de  | 

 

Über kadekmedien

Ich gestalte Ihr Erscheinungsbild, erzähle Ihre Geschichte und bringe Sie nach vorn. Kommunikationsdesign, Content Creation, SMO.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 1.827 other followers