Social Media umfasst eine Vielzahl der unterschiedlichsten Werkzeuge, um im Internet zu kommunizieren. Zu einer erfolgreichen Strategie gehört auch eine Auswahl geeigneter Tools, denn nicht alles eignet sich für jeden gleich gut. Als eines der wichtigsten Marketinginstrumente hat sich das eigene Blog herausgebildet.
Die „Gelehrten“ streiten gelegentlich darüber, ob es „das“ oder „der“ Blog heißt. Eine ziemlich überflüssige Debatte, wie ich meine. Da sich das Wort von Weblog ableitet, was so viel wie Internet-Tagebuch bedeutet, muss es richtigerweise das Blog heißen. Man kann aber auch die Auffassung vertreten, dass sich die Ableitung zum Eigenwort verselbständigt hat, womit ein eignes grammatikalisches Geschlecht gerechtfertig erscheint. Und da das Blog in deutschen Ohren nun einmal saublöd gewöhnungsbedürftig klingt, ist der Blog wenigstens im deutschen Sprachgebrauch auch richtig.
Wie dem auch sei, ein Blog ist rasch eingerichtet und kinderleicht zu bedienen. Unabhängig davon, für welche Plattform man sich entscheidet, stehen einem inzwischen überall umfangreiche Zusatzdienste und Plug-Ins zur Verfügung, die einen Blog zum mächtigen und unverzichtbaren Kommunikationsinstrument machen.
Keine Zeit fürs eigene Marketing?
Sobald man aber Geschäftsfreunden zum eigenen Blog rät, lauten die wichtigsten Ausreden jedes Mal: „ich kann das nicht“ oder „ich habe keine Zeit“. Wenn Sie mal einen Augenblick darüber nachdenken, stellen Sie fest, dass das so gar nicht stimmt.
Zunächst einmal, „kann nicht“ gibt es gar nicht. Entweder „ich will nicht“ oder „das traue ich mir nicht zu“. Wenn Sie etwas nicht wollen, gut, Ihre Entscheidung. Nur verzichten Sie dann auch auf den möglichen Nutzen und überlassen ihn der Konkurrenz. Wenn Sie sich hingegen etwas nicht zutrauen, können Sie zumindest hinterfragen, woran das liegt und ob es nicht irgendeine Art Abhilfe gibt.
Ein Blog ist keine Spielerei. Sie können damit viel persönlicher als beispielsweise mit einer Pressemitteilung kommunizieren und dem Leser nützliche Einblicke in Ihr Unternehmen, Ihre Tätigkeit sowie Ihr Angebot zur Verfügung stellen. So lässt sich auch im Internet eine Reputation auf- und ausbauen und eine nachhaltige Vertrauensbasis zu Ihren Kunden herstellen. Ein Blog ist eines der besten Marketinginstrumente, die es gibt.
Und jetzt denken Sie bitte noch einmal über die Keine-Zeit-Ausrede nach: Haben Sie wirklich keine Zeit für Ihr Marketing? Interessiert es Sie nicht, neue Kunden zu finden?
Der Schlüssel liegt in der Betrachtungsweise: Zeit hat man nämlich nicht, sondern man schafft sie sich – für Dinge, die einem wichtig sind.
Mit einem Blog können Sie Aufmerksamkeit auf Ihr Angebot lenken, neue Kontakte und Geschäftsmöglichkeiten generieren. Wollen Sie das nicht? Können Sie dafür wirklich keine Zeit einräumen? Oder trauen Sie es sich nicht zu, neue Wege zu erschließen?
Je kontroverser, desto besser
Bloggen hat einige ganz eigene Gesetzmäßigkeiten hervorgebracht. Dazu gehört, dass man gerade nicht sehr genau sein muss. Man kann durchaus auch kontrovers bloggen. Je kontroverser, desto besser sogar, denn das fordert die Leser zur Teilnahme in den Kommentaren heraus. Ein Blogpost ist kein vollendetes Produkt, sondern ein offener Prozess, der sich erst allmählich unter Mithilfe der kommentierenden Leser herausbildet.
Eine weitere wichtige Eigenart des Bloggens ist, man kann herrlich subjektiv sein. Im Gegensatz zum Journalisten muss der Blogger nicht zwangsläufig recherchieren, um seine Äußerungen mit sicheren Fakten zu belegen. Schaden kann es zwar nicht, aber trotzdem kann der Blogger seine Meinung frei von der Leber weg äußern, und auch hier gilt: je kontroverser, desto besser.
Worüber soll man denn nur bloggen?
Gelingt es einem die Keine-Zeit-Ausrede zu entkräften, kommt sofort die Frage danach auf, worüber man denn bloggen soll? Die Antwort ist so nahe liegend, dass sie vermutlich genau deswegen übersehen wird: Bloggen Sie über das, was Sie am meisten interessiert. Achten Sie lediglich darauf, dass sich der Inhalt mit Ihrem Tätigkeitsbereich überschneidet. Sollte das nicht der Fall sein und Ihr Hauptinteresse liegt auf einem Hobby – umso besser, dann kennen Sie schon die Themen für zwei Blogs.
Von Vorteil ist, wenn Sie sich innerhalb Ihres Themengebiets eine Nische suchen oder schaffen. So vermeiden Sie Wiederholungen, die nicht wirklich Leser anziehen. Je spezieller Sie bloggen, desto sicherer ist Ihnen eine treue Leserschaft garantiert. Es gibt kaum eine bessere Motivation als eine wachsende Leserschaft. Und glauben Sie bloß nicht, Ihre Themen seien langweilig und unattraktiv, das sind sie nämlich nicht. Andere interessieren sich im gleichen Maße dafür wie Sie auch.
Kuratieren oder kreieren?
Um einer möglichen Einstiegshürde den Schrecken zu nehmen, möchte ich noch auf die zwei Arten der Inhaltserstellung zu sprechen kommen: kuratieren und kreieren.
Letzteres erklärt sich ja beinahe von selbst: Der kreative Blogger erschafft eigene Inhalte von Null an. Das ist natürlich mit etwas Arbeit verbunden, die für gewöhnlich nicht bezahlt wird. Das betreffende Thema muss recherchiert, mit sinnvollen Titeltags ausgezeichnete Links zu relevanten Artikeln gesetzt werden. Und ein gewisses Schreibtalent sollte natürlich ebenfalls vorhanden sein.
Blogger kreieren eigene Inhalte, weil sie müssen, weil es Ihnen Freude bereitet, sich anderen mitzuteilen und zu erleben, wie viele Leser sich mit ihrem Text auseinander setzen, indem sie darauf zugreifen, Bestätigung, Kritik oder Ergänzungen kommentieren, Auszüge davon auf eigenen Blogs zitieren oder ganz einfach die Links zu den Artikeln via Social Media und Social Bookmarking verbreiten.
Kuratierte Inhalte hingegen werden aus anderen Quellen zusammengetragen. Das Bloggen an sich fällt dadurch erheblich leichter. Kurationsblogs haben die wichtige Aufgabe, relevante Inhalte einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Das können wahlweise mit oder ohne eigene Kommentare versehene Zitate sein, Bildergalerien, Videos, Sounds oder Linksammlungen. Wichtig ist eigentlich nur, dass es thematisch zum eigenen Blogprojekt passt und dass man fair zitiert, ohne sich des vollständigen Contents anderer zu bemächtigen. Denn auch wenn eine Quellenangabe erfolgt: kein Mensch klickt auf den Link zu einem soeben gelesenen Artikel.
Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
aka kadekMEDIEN
In dieser Serie erschienen:
- Faszination Social Media: Wozu ist das gut?
- Faszination Social Media: Twitter – Der alles verbindende Kreislauf
- Faszination Social Media: Google – Gigant und Außenseiter
- Faszination Social Media: Wie Facebook nach Dominanz strebt
- Faszination Social Media: Der Social Media Newsroom
- Faszination Social Media: Tipps zum Umgang mit dem Information Overload
- Faszination Social Media: Die Relativität der Privatsphäre
- Faszination Social Media: Die gefürchtete Frage nach dem ROI
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19. Juli 2010

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Guter Beitrag.
Vor allem, wenn man sich mit dem Thema Social Media berufsbedingt beschäftigt, solle man einen eigenen Blog besitzen. Es gibt schon zu viele Experten auf Veranstaltungen, welche von Social Media Selbst-Marketing sprechen und die Instrumente gar nicht aus eigener Erfahrung kennen.
Ich bin auch ein großer Blog-Fan: Die Kosten der Installation und Anwendungs sind sehr gering. Man kann sich als Experte in seiner Branche positionieren. Zudem sorgt es für Suchmaschinenoptimierung durch die vielen Texte und Links; man kann so neue, potentielle Kunden auf die eigene Webseite “locken”.