Design zielt im Wesentlichen darauf ab, bessere Alternativen zu bereits Vorhandenem zu entwickeln. Unter Berücksichtigung ökonomischer Aspekte erweist sich ein zufrieden stellendes Ergebnis oftmals als die bessere Wahl, auch wenn das angestrebte Optimum noch nicht erreicht wurde. Die pragmatische Entscheidung für eine zufrieden stellende Lösung ist meist auch eine für ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Satisficing, das sich aus den englischen Worten satisfy = zufrieden stellen und suffice = genügen zusammensetzt, beschreibt die Kunst sich zufrieden zu geben. Jeder kennt den Begriff eierlegende Wollmilchsau als Synonym für wünschenswertes Optimum. Je komplexer jedoch die Anforderungen an ein Designproblem sind, und je mehr Variablen und Unbekannte es enthält, desto unwahrscheinlicher – wenn nicht sogar unmöglich – wird ein optimales Resultat. Der Pragmatiker sucht daher eine Entscheidung, die zufrieden stellt.
Das Gute ist der Feind des Besseren
Obwohl gut bekanntlich niemals gut genug ist, müssen die meisten Designs in einem ökonomische Aspekte berücksichtigenden Zeitrahmen entwickelt werden. Die Folge dieses oftmals vom Management künstlich gesteckten Zeitrahmens ist weniger hochwertiges Design. Im Hinblick auf ein ausgewogenes Kosten-Nutzen-Verhältnis erweist sich die zufrieden stellende Lösung jedoch als die richtigere, da alles was darüber hinausgeht zu Gewinnverlusten führen würde.
Design darf sich daher nicht erschöpfend auf die zur Verfügung stehenden Ressourcen auswirken und quasi zum Selbstzweck werden. Es erfordert allerdings eine genaue Kenntnis von den Designanforderungen und den Wertmaßstäben der Zielgruppe, um zu wissen, wann eine Lösung zufrieden stellend ist. Ist eine zufrieden stellende Lösung nämlich schwächer als die bereits vorhandene Alternative oder sind die Folgen weniger hochwertigen Designs nicht akzeptabel, sollte man sich auch nicht wirklich damit zufrieden geben.
Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
aka kadekMEDIEN
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28. Juni 2010

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