Der Designprozess – Gelingen braucht seine Zeit

Design wird gerne etwas verkürzt als Gestaltung aufgefasst, worunter sich Nicht-Designer oftmals ausschließlich die grafische Oberflächengestaltung vorstellen. Dabei wird gerade die grafische Oberfläche nicht selten als Letztes gestaltet. Und auch die Unterscheidung in Bereiche, die teilweise nichts miteinander zu tun haben und bestenfalls einander zuarbeiten, macht deutlich, dass Design mehr ist als Gestaltung.

Beispielsweise greifen Produktdesign, Verpackungsdesign, Grafikdesign ineinander, aber allein anhand der Aufzählungsreihenfolge wird auch dem Laien ersichtlich, an welcher Stelle der Grafiker seine Arbeit zum Endprodukt beiträgt. Selbst wenn jemand einen unkoordinierten Designprozess in Auftrag gäbe – es würde gar nicht funktionieren, wenn der Grafiker als erstes den Aufdruck für eine Faltschachtel gestaltet, ohne zu wissen, welches Produkt damit verpackt werden soll.

Noch schwieriger ist der Begriff Webdesign zu erklären. Was macht eigentlich ein Webdesigner? Gestaltet er das Aussehen einer Website, also das Frontend oder Theme, oder setzt er es in validiertem Code um? Programmiert er gar die Funktionalität einer Website? Oder erstellt er nach bestimmten Anforderungen ein Konzept und übergibt es zur Realisierung einem Team aus Spezialisten?

Die Antwort darauf liegt irgendwo dazwischen und hängt stark von den Erfordernissen der herzustellenden Website ab sowie vom Leistungsprofil des Webdesigners. Eines aber wird auf jedem Fall deutlich: Design ist mehr als der Entwurf zu einem hübschen Kleid für irgendetwas. Design ist vielmehr ein tiefgründiger Problemlösungsprozess, und um den erfolgreich bewältigen zu können, müssen die zu erreichenden Ziele klar definiert werden.

Design ist Problemlösung
 

Daher steht am Anfang immer ein Briefing, in dem das Projekt klar definiert wird. Daran schließt sich eine ausgedehnte Recherchephase an. Teilmärkte müssen analysiert und die Zielgruppe bestimmt werden, um ein Verbraucherprofil zu erstellen. Außerdem müssen die Produkteigenschaften analysiert werden, dazu gehören die zu verwendenden Materialien, und zwar auch die für Verpackung und Werbemittel. Es muss geklärt werden, welche Anforderungen die verschiedenen Hersteller und der Vertrieb stellen, und ob das in diesem Rahmen geplante Produkt den Ansprüchen des anvisierten Verbrauchers gerecht wird.

Erst wenn diese Informationen ermittelt sind, kann ein Konzept entwickelt werden. Es wird eine Materialauswahl getroffen, Gestaltungsideen werden skizziert, eventuell werden Modelle angefertigt. Und natürlich wird immer der vorgegebene Kostenrahmen im Blick behalten. Falls erforderlich, werden die Ideen auf Umweltverträglichkeit und weitere Knackpunkte überprüft.

Design ist ein Problemlösungsprozess
 

Design ist ein Problemlösungsprozess

Steht das Designkonzept erst einmal fest, können sinnvolle Gestaltungsentwürfe erarbeitet werden, die in enger Abstimmung mit dem Kunden zu einem Entwurf führen, der auch tatsächlich umgesetzt wird. Nicht-Designer stellen sich diesen Prozess gern kürzer und weniger aufwändig vor und haben deshalb auch andere Vorstellungen vom benötigten Zeitaufwand und Budget. Für einen geübten Designer stellt es kein Problem dar, drei oder mehr Entwürfe an einem Tag aus dem Ärmel zu schütteln. Ob sie etwas taugen, ist allerdings eine andere Frage.

Ist der endgültige Entwurf vom Auftraggeber freigegeben, werden Inhalte eingefüllt, letzte Tests und Korrekturen ausgeführt, Proofs erstellt und das Design als solches zur Produktionsreife gebracht: Grafikdesigns werden in die Druckereien geliefert, die neue Website kann online gehen.

Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
aka kadekMEDIEN

 

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Über kadekmedien

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Eine Antwort zu “Der Designprozess – Gelingen braucht seine Zeit”

  1. Ich finde auch, dass Webdesign definitorisch noch viel schwieriger ist als “Design”, versuche gerade, das auf meiner Homepage ein wenig aufzudröseln.

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