WikiLeaks-Gründer auf der Flucht +++ Wer tatsächlich über unsere Verhältnisse lebt +++ Was man aus der Kanzlerin’ Sprache ablesen kann +++ Ein Lied und seine Folgen +++ Kreativität: das wahre Verhältnis von Technik zu Mensch +++ Ein Anarchitekt in Berlin +++ Medienkrise und Meinungsspekulanten +++ Frau Merkel am Ende kein Ende +++ Jetzt sind wir dran +++ Auch in Berlin: schöne Wiedergänger — Deutschland hat im Fußball eine Rugby-Nation bezwungen. Aber was uns in Krisenzeiten so richtig gut gefällt, ist und bleibt die Nabelschau. Zu dieser Ansicht könnte ein Außenstehender gelangen, der einen Blick auf innenpolitische Themen wirft. Glücklicherweise dreht sich auch in diesen Tagen nicht nur alles um Fußball und Merkel, und so hab ich für die Linktipps dieser Woche etwas Kultur dazugepackt.
Linktipps zum Wochenende
»Daily Beast, die Online-Zeitung von Tina Brown, vormals Redakteurin bei Vanity Fair und The New Yorker, berichtet von einem Gespräch mit einem offiziellen US-Repräsentanten, der erklärte, dass man „die Zusammenarbeit“ mit Assange suche. Die „nationale Sicherheit“ stünde auf dem Spiel. Über die Methoden zur Ausfindigmachung von Assange wollte der US-Sprecher keine Angaben machen. «
The Intelligence – Wikileaks-Gründer Julian Assange auf der Flucht
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»Die Treiber produzieren Getriebene und werden selbst zu Getriebenen. Wie der Finanzmarkt mit Geld und Schrottpapieren, so spekuliert der Meinungsmarkt mit Informationen und Gerüchten. Je riskanter desto höher die Aufmerksamkeit. Wer seinen Beruf noch als Instanz der Aufklärung versteht, leidet.«
taz.de – Wir Meinungsspekulanten
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»Die Anwälte von Musikverlag EMI Music Publishing hatten sich eingeschaltet. … Die Studentencombo entfernte ihren Song zwar prompt von Youtube, doch der war längst in der Welt und zum Selbstläufer geworden. … Streisand-Effekt nennen Fachleute das: Versuche, etwas zu unterdrücken, führen im Web2.0 dazu, dass es erst recht Verbreitung findet.«
Rhein-Zeitung – “Schland”-Schlamassel: Lena-Cover fordert Musikindustrie heraus
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»So spannend technische Weiterentwicklung ist, so wenig hilfreich ist sie, wenn es um Sichtweisen, individuelle Handschrift, Charakter und Unverwechselbarkeit geht. Technik ist bloß ein Transportvehikel für Ideen und Kreativität, ist beliebig ersetzbare Infrastruktur für Inhalte, die Menschen jenseits der Technik erdenken und prägen.«
Heike Rost – Visuelle Kultur?!
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»Wie mühelos die beiden Medien Fotografie und Malerei in Dorothee Golz’ Bildern ineinander greifen, wird in ihrer Ausstellung Jeans-Madonna eindrucksvoll deutlich. Es sind einerseits die technischen Möglichkeiten der elektronischen Bildbearbeitung, die der Fotografie den Charakter des Gemalten verleihen, andererseits machen akribische Gestaltung, Lichtführung und die Semantik der ausgewählten Bildelemente die Komposition der Fotografien jene der Malerei gleichrangig.«
Art&Events – Wiederkehr in neuem Gewand
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»Nach „liberal“, das mit übermäßigen Freiheiten der Wirtschaft, ihre Interessen gegenüber den Arbeitnehmern rabiat durchzusetzen, assoziiert wird, steht nun auch „Wirtschaftskompetenz“ auf der Liste wahlschädigender Begriffe. Weil Ludwig Erhards Wort nicht mehr gilt: Denn wenn es der Wirtschaft gut geht, geht es den Beschäftigten längst nicht mehr gut.
CARTA: Das „Jetzt-sind-wir-dran“-Problem der CDU
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»Mutti Merkels Geschichte ist rasch zu Ende erzählt. Sie ist nicht mehr Handelnde, sondern Getriebene im Begriffsgefecht. Von ihr erwarten Öffentlichkeit, Parteifreunde und Parteigegner jetzt nur noch, dass sie tut, was Muttis Pflichten einmal gewesen sind: den Boden wischen, die Reste aus den Ecken kehren, den Müll runterbringen. Und dann, ein letztes Mal, das Licht ausmachen. Es ist vorbei.«
The European – Alexander Kissler: Muttis Himmelfahrt – Angela Merkel und die Welt von gestern
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»Nein, maßlos waren und sind ganz andere: Zum Beispiel die Banken, die erst mit hochriskanten Geschäften Kasse machen, dann Milliarden in den Sand setzen, sich vom Steuerzahler retten lassen und nun einfach weiterzocken als ob nichts gewesen wäre.«
tagesschau.de – Kommentar: Wer lebt denn hier über seine Verhältnisse?
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»Die Sprache der Angela Merkel wirkt längst nicht mehr so, als würde die Kanzlerin bloß, wie es Politiker immer schon getan haben, vage formulieren, um keine Angriffsflächen zu bieten. Es scheint, als habe sich diese hohle, technokratische, abstrakte, phantasielose Sprache, umgekehrt, längst des Denkens bemächtigt. Als sei sie kein Mittel zum Zweck mehr, sondern Ausdruck einer tatsächlichen Beschränktheit. «
FAZ.net Hilflos: Die Sprache der Kanzlerin
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»Vor allem durch seine Cuttings entstand eine Werkgruppe, die auch als Anarchitektur bezeichnet wird. Ein Wortspiel, das den permanenten Widerstand des Künstlers gegen eine konservative Architektur dokumentiert, die dem Experiment kaum Raum ließ. Gordon Matta-Clark hat so als visionärer Avantgardist einer Architektur der Dekonstruktion den Weg geebnet.«
Art&Events – Gordon Matta-Clark: „Office Baroque“ in Berlin
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»Oben abgebildetes Zertifikat beweist, dass ich ihm beim Vergessen behilflich war und dass er sich keinesfalls daran erinnern werde. Dazu bin ich auf eine zweite Leiter gestiegen, habe meinen Zeigefinger am Daumen angelegt und ihn dann gegen Pawlow-Andrejewitschs Nase geschnippt.«
kadekmedien’s Posterous – Wider das Erinnern
Ein schönes Wochenende wünscht
Klaus-Dieter Knoll
aka kadekMEDIEN
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18. Juni 2010

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