Ist Bloggen effektiver als Suchmaschinenoptimierung?

Als Betreiber einer kleinen Website, die nichts verkauft, sondern als Online-Präsentation der eigenen Firma dient, wünscht man sich natürlich auch so viel Traffic wie möglich. Bekannte raten einem zu Suchmaschinenoptimierung, und im Internet findet man auch jede Menge nützliche Informationen zum Thema. Allerdings scheint man als Laie vor der Wahl zu stehen, aufwändige Sysiphusarbeit zu leisten oder eine teure SEO-Agentur engagieren zu müssen. Da das eine so prickelnd erscheint wie das andere, sucht man nach Alternativen. Gibt es die überhaupt?

Zunächst einmal muss man sich darüber im Klaren sein, dass eine Website ein Kommunikationsinstrument ist und als solches ein kontinuierlicher Prozess. Egal wie spezifisch das wichtigste Keyword auch sein mag, es wird nicht dazu kommen, dass man irgendwann einmal genug dazu geschrieben und die Webseiten entsprechend optimiert hat. Gäbe es diesen Idealfall, wären alle Top-10-Suchergebnisse für sämtliche vorstellbare Keywords bereits seit Jahren von den SEOs besetzt, die diese Plätze dann vermutlich immer wieder von neuem meistbietend versteigern würden.

Stattdessen ist Suchmaschinenoptimierung ebenfalls ein kontinuierlicher Prozess, dessen Ergebnisse erst allmählich sichtbar werden. Das mag dazu führen, die dahinter steckende Leistung der SEO-Agentur nicht richtig einschätzen zu können, weshalb einem die Kosten zu hoch vorkommen mögen. In Bezug auf die eigene Online-Präsenz sollte man daher das Verhältnis zum Nutzen hinterfragen. Speziell wenn über die eigene Website keine Waren oder Dienstleistungen angeboten werden, wird sich eine Investition in Suchmaschinenoptimierung eher nicht lohnen.

Website sucht Nutzer, nicht umgekehrt

Alternativ dazu kann man seinen Kommunikationsprozess ausweiten. Die Vorstellung, Besucher kämen hauptsächlich über Suchmaschinen auf die eigene Website, ist ohnehin nicht richtig. Selbst wenn man keine weiteren Anstrengungen unternimmt, handelt es sich allenfalls um fünfzig Prozent. Die andere Hälfte kommt entweder direkt oder über verweisende Websites. Und die Tendenz in Sachen Internetnutzung geht eher in die Richtung, dass Nachrichten, Webseiten und Suchergebnisse ihren Weg zum Nutzer nehmen statt umgekehrt.

Weshalb also nicht die eigene Webpräsenz erweitern und Social Media nutzen? Ein paar konzeptionelle Gedanken vorausgesetzt, eröffnet sich hier eine ganze Palette ziemlich mächtiger Werkzeuge, die sich grundsätzlich von jedem nutzen lassen. Ein Blog – zumal auch ein Posterous schon durchaus reichen kann – ist schnell aufgesetzt, ein Twitter-Account rasch eröffnet und selbst ein Profil in einem Social Network zu erstellen, ist alles andere als eine Wissenschaft.

Wählt man die Instrumente mit Bedacht, verknüpft sie klug miteinander und bedient sie regelmäßig, stellen sich sicherlich auch bald schon erste Erfolge in dem Sinne ein, dass man Aufmerksamkeit generiert, die sich auf die eigene Webpräsenz lenken lässt. Wichtig ist, dass man verlässlich regelmäßig postet, denn ob Website oder Blog, Kommunikation ist nun mal ein kontinuierlicher Prozess, unabhängig von der Wahl der Instrumente.

Natürlich liegt es nicht jedem zu bloggen, sich schriftlich auszudrücken. Manch einer mag sich auch fragen, woher die Zeit kommen soll und über welche Themen sich immer wieder bloggen lässt. Aber das sind grundsätzliche und konzeptionelle Fragen, die man sich eingangs ehrlich beantworten sollte, um euphorische Schnellschüsse zu verhindern, die nicht selten binnen kurzem wirkungslos verpuffen.

Insofern lässt sich auch die Frage, ob Bloggen effektiver ist als Suchmaschinenoptimierung, nicht eindeutig beantworten. Aufwändig ist beides, will man es gut machen. Und wirklich vergleichen kann man beides auch nicht miteinander, auch wenn es sich jeweils um Kommunikationsprozesse handelt, die mehr Aufmerksamkeit für eigene Online-Präsenz zum Ziel haben. Der Schlüssel zur Lösung liegt in der Verhältnismäßigkeit.

Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
Kommunikationsdesign und
Social Media Managment

 

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8 Antworten zu “Ist Bloggen effektiver als Suchmaschinenoptimierung?”

  1. Bloggen oder SEO widerspricht sich doch nicht. Wer eine ‘statische’ Website betreibt und betreiben muss (aus welchen Gründen auch immer) kommt um SEO nicht herum. Aber auch ein Blog kann für Suchmaschinen optimiert werden. Mein Blog erhält nicht wenige Besucher über die Suchmaschinen und das soll auch so bleiben. Deshalb verfasse ich meine Beiträge immer im HTML-Modus und achte sehr darauf, alle Tags (Seiten-URL, Links, Images etc.) suchmaschinenfreundlich und gemäß der geltenden Standards einzusetzen.

  2. Was das regelmäßige Bloggen usw. betrifft, war auch in unserem Haus erst Skepsis angesagt. Nun aber haben wir einen YouTube-Kanal mit zahlreichen Videos, zwei sind schon wieder auf Halde. Im Blog gibt’s genug Themen, über die sich reden lässt, und kommuniziert wird dies über Twitter oder Facebook – über 130 Fans haben wir gesammelt. Für ein Unternehmen unserer Größe beachtlich.
    Das Schönste ist dann natürlich, wenn es heißt: „Ich habe auf Facebook gesehen, dass Sie das und das machen. Wieviel kostet’s?“ ;-)

  3. die guten ideen/websites der kreativen einzelkämpfer werden von den kreativen kunden/partnern auch gefunden, über die bekannten, hier erwähnten kanäle. als kleiner autarker anbieter einer dienstleistung macht es sinn, sein alleinstellungsmerkmal [USP] deutlich und breit zu fächern und sich im aquarium der vielfalt mittels individualität und können aufmerksamkeit und glaubwürdigkeit zu verschaffen .. genau wie du sagst, klaus, die verhältnismäßigkeit machts :-)

  4. Generell hast du natürlich recht, viele User kommen über Soziale Netzwerke auf eine Webseite. Je nach Zielgruppe sind ja auch nahezu 98% der deutschen Bevölkerung in einer Social Community aktiv. Wer das nicht beachtet wird Probleme haben, seine Website an den Mann/Frau zu bringen. Aber Social Media Marketing und Suchmaschinenoptimierung sollten meiner Erfahrung nach immer korrespondierend betrieben werden. Das bedeutet zwar doppelten Aufwand, aber mit einer Position unter den Top Ten bei Google kann kein Twitter-Profil mithalten. Meiner Erfahrnung nach explodieren die Zugriffszahlen förmlich.

  5. Kurz gesagt: WordPress ist schon sehr gut auf SEO vorbereitet: Sitemaps, Tags, Archive, wichtigste und neueste Informationen auf der Startseite, RSS-Feeds… Wenn man dann noch regelmässig schreibt, sieht Google das gerne.

  6. Wenn du wirklich nur 50% Traffic über Google bekommst, dann solltest du vielleicht doch mal über Suchmaschinenoptimierung nachdenken. Denn das ist ganz klar zu wenig. Je nach Thema sollten mindestens 70 % der Besucher über Google kommen.

    Ansonsten gebe ich Herbert recht. Die Antwort auf deine Frage „Bloggen oder SEO?“ lautet „Bloggen und SEO“.

  7. Ich moechte mich meinem Vorredner Cujo anschließen.
    Stimme da zu 100 % zu, außerdem finde ich deinen Blog sehr informativ, also weiter so habe den Blog mal gebookmakrt.

    Gruß M.Reifen

    ( Der Autoteile sein tägliches Brot nennt )

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