Gesetz der verbundenen Elemente

Zu den Gestaltgesetzen, die unsere selektive Wahrnehmung beschreiben, gehört auch das Gesetz der verbundenen Elemente. Es beschreibt, dass miteinander verbundene Elemente als Einheit wahrgenommen werden. Eine Verbindung zwischen einzelnen Elementen wirkt so stark, dass andere Gestaltgesetze ihre Wirkung einbüßen.

Die folgenden Beispiele verdeutlichen, dass andere Gestaltgesetze an Kraft verlieren, wenn durch eine Verbindung zwischen einzelnen Elementen das Gesetz der verbundenen Elemente auf unsere Wahrnehmung wirkt.

Die Verbindungslinien wirken stärker als das Gesetz der Nähe.

Die Verbindungslinien wirken stärker als das Gesetz der Nähe.

 

Die Verbindungslinien wirken stärker als das Gesetz der Ähnlichkeit.

Die Verbindungslinien wirken stärker als das Gesetz der Ähnlichkeit.

 

Die Verbindungslinien wirken stärker als die Gesetze von Ähnlichkeit und Nähe.

Die Verbindungslinien wirken stärker als die Gesetze von Ähnlichkeit und Nähe.

 

Literaturhinweis: Colin Ware: Information Visualization, Second Edition: Perception for Design (Interactive Technologies) (2004)

 

Links zu Artikeln der im Post genannten Gestaltgesetze:

 

Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
Grafikdesign, Webdesign, Mediengestaltung

 

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6 Antworten zu “Gesetz der verbundenen Elemente”

  1. auf mich wirkt beides: das gesetz der nähe und das der verbindungslinien ;-)

  2. Aha. Dabei hab ich die Elemente extra weit auseinander gerückt… Also, das Gesetz der Nähe würde die beiden oberen Quadrate zu einer Gruppe machen und die beiden unteren zu einer weiteren. Durch die Verbindungslinien hebt sich diese Gruppe doch auf und es werden oben/unten miteinander gruppiert… Hmm, vermutlich stehen Dir diese beiden Gruppen zu nah beieinander…

  3. die oberen bild verbundenen quadrate wirken auf mich figürlich, wie zwei hanteln .. die vier einzelnen daneben mit selben abstand, wie ein gesicht .. wie gesagt: bei mir WIRKT beides gleich stark

  4. Eine Verbindungslinie – starke Wirkung – überzeugt
    interessant
    Danke Johanna

  5. naja, naja… das scheint mir etwas künstlich. Es ist doch viel einfacher. Wie soll das Auge denn ‘wissen’, dass das, was Du Verbindungslinie nennst, nicht Teil des Objektes ist? Du malst Kreise und Punkte und Dreiecke – das sind Objekte. Und nun verbindest Du die mit einer Linie – dadurch entsteht ein eigenes, neues Objekt. Wieso sollte man die Linie anders behandeln, anders sehen als Deine Kreise und Dreiecke? Nur, weil sie schwarz ist? Nein. Du erzeugst neue Objekte – und die stehen in einem Abstand zueinander. Du kannst ja auch die Punkte mit Punkten verbinden. Oder die Pfeile mit Dreiecken, oder whatever. Immer erzeugst Du ein zusammenhängendes Objekt. Es ist kein „Gesetz der verbundenen Elemente“ – es ist die Betrachtung zusammenhängender Objekte.

  6. Lieber Carsten,

    danke für Deinen kritischen Kommentar, das bereichert meinen Artikel ungemein. Gerne erwidere ich auch Dein »naja, naja« mit naja, naja ;)

    Es stimmt, hier im Blogpost und zur vereinfachten Darstellung habe ich mit den Verbindungslinien neue Objekte geschaffen. Und tatsächlich spielt die Farbe der Verbindungslinie überhaupt keine Rolle; sie könnte sogar gleich wie die der Elemente sein, das würde am Resultat nichts ändern.

    Deine beiden letzten Sätze sind entscheidend:

    Immer erzeugst Du ein zusammenhängendes Objekt. Es ist kein „Gesetz der verbundenen Elemente“ – es ist die Betrachtung zusammenhängender Objekte.

    Durch die Verbindungslinie erzeuge ich zusammenhängende Objekte nur insofern, als dass ich einen bereits bestehenden Zusammenhang sichtbar mache. Diese Hilfestellung zur »Betrachtung zusammenhängender Objekte« ist nur durch das „Gesetz der verbundenen Elemente“ möglich.

    Wenn Du bspw. an eine ins Notizbuch gekritzelte Mindmap denkst… da tauchen Begriffe durchaus in einer anderen Sequenz auf als Du sie verstanden haben möchtest. Einige kreist Du ein (malst einen Kreis darum), andere kriegen einen Kastenrahmen, wieder andere vielleicht ein Dreieck oder Trapez oder whatever. – Und dann machst Du mit Hilfe von (durchaus nicht nur geraden) Verbindungslinien, Deine gedachten Zusammenhänge sichtbar. Das ist notwendig, gerade um die anderen Wahrnehmungsprinzipien („Gesetz der Nähe“, „Gesetz der Ähnlichkeit“, usw.) zurücktreten zu lassen.

    Siehe auch: Wikipedia – Gestaltpsychologie via WikiMindMap (Items durch Anklicken aufklappen)

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