Informationen anschaulich und verständlich aufzubereiten, gehört zu den wichtigsten Aufgaben im Kommunikationsdesign. Vor allem wenn es darum geht, Mediennutzer in ihrer Meinung zu beeinflussen oder zur Interaktion mit einem Design zu bewegen. Unabhängig von der Art der Anwendung gibt es jedoch nur eine begrenzte Anzahl Möglichkeiten, Informationen strategisch zu ordnen. Diese fünf Prinzipien, Informationen zu organisieren sind: Alphabet, Zeit, Ort, Hierarchie und Kategorie.
Nach Alphabet
Informationen werden nach dem Alphabet geordnet, wenn ein effizienter, nichtlinearer Zugang zu weiteren Informationen benötigt wird und wenn keine andere Organisationsstrategie geeignet ist. Jeder kennt solche alphabetisch geordnete Informationen aus Lexika oder Telefonbüchern.
Nach Zeit
Informationen werden in eine chronologische Reihenfolge gebracht, wenn es allgemein um eine zeitbasierte Folge geht. Stellen Ereignisse einen gemeinsamen Zeitraum dar oder sollen miteinander verglichen werden, ordnet man sie ebenfalls nach der Zeit. Beispiele hierfür sind alle Arten historischer Zeitachsen oder auch Programmzeitschriften und Spielpläne.
Nach Ort
Informationen werden nach geographischen oder räumlichen Aspekten organisiert, wenn sie im Zusammenhang mit diesem stehen (z.B. Abbildungen von Sehenswürdigkeiten in einem Reiseführer) oder Orientierung ermöglichen sollen (Streckennetzpläne der U-Bahn, Leitsysteme in Flughäfen und anderen komplexen Örtlichkeiten).
Nach Hierarchie
Informationen werden hierarchisch geordnet, sollen sie miteinander verglichen werden, ohne dass es ein gemeinsames Maßsystem hierfür gibt. Die Ordnungshierarchie wird dann nach Extremen festgelegt, z.B. vom Größten zum Kleinsten, vom Schnellsten zum Langsamsten, vom Günstigsten zum Teuersten. Beispiele hierfür sind Tabellen mit Sportergebnissen, Preisvergleiche oder auch die Ergebnisse in Suchmaschinen.
Nach Kategorie
Informationen werden einer Kategorie zugeordnet, wenn sie einen Zusammenhang oder Ähnlichkeiten aufweisen oder wenn bekannt ist, dass der Nutzer instinktiv nach solchen suchen wird. Beispiele für in Kategorien geordnete Informationen sind Warengruppen in einem Online-Shop oder Themenbereiche in einer Bibliothek.
Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
Kommunikationsdesign und
Social Media Managment
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6. April 2010









Guten Morgen nach Berlin,
schöne Übersicht, doch bei der hierarchischen Variante stolpere ich etwas über den Widerspruch zwischen “_ohne_ dass es ein gemeinsames Maßsystem hierfür gibt” und den aufgeführten Beispielen, denen jeweils identische Einheiten zugrunde liegen.
Vielleicht hab’ ich aber auch noch nicht ausreichend Kaffee geschlürft. ;)
Lieben Gruß aus Aachen
Sven Maschmann
Guten Morgen, Sven!
Es liegt am Kaffee, hab auch grad noch einen nachgelegt ;)
Das “fehlende” Maßsystem bezieht sich auf die Informationen selbst und meint eher so etwas wie konzeptionelle Vergleichsmöglichkeit. Die fehlt auch den dargestellten Informationen, mal abgesehen davon, dass es allesamt Bauwerke sind. Daher “stülpt” man ihnen die Hierarchie Größenordnung “über”, und die ermöglicht so den Vergleich mit einer gemeinsamen Maßeinheit.
Schöne Grüße zurück nach Aachen und
einen wundervollen Tag!
Hmmm, ich weiß ja, worauf Du hinaus willst, aber je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr sträubt sich. ;)
Im Grunde sind Alphabet und Zeitleiste ja auch hierarchische Ordnungen. Du wirst nun vermutlich entgegenhalten, daß Anfangsbuchstabe und Zeitpunkt dem Objekt zugehörig, also nicht ‘übergestülpt’ sind, aber das gilt für die Größe ja ebenso.
Grübel…
Ich koch mal noch ‘n Käffchen. ;)
sehr schön & anschaulich .. leiste mir das informationsprinzip des gewichts/gewichtung, was wiegt wann wieviel und warum?
Nee, nee, Sven, von der Sache her hast Du ja recht: Alphabet und Zeitleiste sind (auch) Hierarchien. Aber ich mutmaße mal, dass die sich irgendwie verselbständigt haben; zumindest was das Alphabet angeht, ist es ja in sich willkürlich… – Aber wie Du siehst, ergeben die Vergleiche drei unterschiedliche Informationsfolgen (Alphabet, Chronologie, Bauhöhe).
So nimm halt die Bundesliga. Sind alles deutsche Mannschaften. Dass 11 Spieler auf dem Platz stehen, ist eine Regel des Spiels, eignet sich also auch nicht zum Vergleich. Wie also werden sie verglichen? Durch die Anzahl der Tore. Dieses Maß gehört aber nicht zur Information “Mannschaft”, sondern zur Hierarchie “Tore”, über die sie miteinander verglichen werden können.
Guten Appetit, Klaus-Dieter,
stimuliert durch die Anmerkungen von Sven ziehe ich mal meine Kommentare, die ich Dir auf Facebook schrieb eben hier herüber – Sven meint offensichtlich Ähnliches wie ich:
Auch Zeit, Alphabet… beschreibt eine Hierarchie – jede Ordnung, die eine Durchnummerierung ermöglicht und dadurch die Hierarcie der Zahlenordnung aufstempelt. In der Mathematik wird eine Ordnung akzeptiert, wenn sich die Elemente eindeutig auf die natürlichen Zahlen abbilden lassen (eben eine Nummer aufstempeln). Diese Ordnung mag man Hierarchie nennen, da man die Zahlen ja nach unterschiedlichen Prinzipien sortieren kann. Wenn man nun einzelne Elemente zu Gruppen zusammenfasst, dann beschreibt dies die Kategorisierung.
Ferner habe ich ähnliche Kopfschmerzen wie Sven bei der Bezeichnung ‘ohne Maßsystem’ in Deinen Beispielen. Was Du meinst, ist wohl, dass das durchaus vorhandene Maßsystem, das Du dann für die Ordnung heranziehst, nicht eines ist, das den für Dich entscheidenden Wert der Elemente ausmacht (ich sortiere nach Bauwerkshöhe, möchte aber über Hochhäuser im allgemeinen reden).
Meines Erachtens werden wir mit nur zwei Ordnungskriterien glücklich: die Abbildung auf die natürlichen Zahlen und die Gruppenbildung (Kategorien). Welchen Mechanismus man nimmt, um die Abbildung hinzubekommen (Zeitachse, Gewicht, Farbe…) spielt dann eine untergeordnete Rolle.
Oder?
Hi Carsten,
schön dass Du Deine Kommentare hierher portierst :)
Durch diese bin ich letzlich auch zu dem Schluss gekommen, dass es nur zwei wirkliche Ordnungsprinzipien gibt: wie Du auch schreibst Hierarchie und Kategorie. Wobei sich halt Alphabet und Zeit aus welchen Gründen auch immer verselbständigt haben. Bei Alphabet könnte ich das noch am ehesten nachvollziehen, weil die darin enthaltene Ordnung willkürlich ist.
Wie ich Sven gestern schon schrieb, bezieht sich der Ausdruck “ohne dass es ein Maßsystem für einen Vergleich gibt” auf die Informationen und meint ihnen eigene Ordnungsprinzipien. Die Spieler der Bundesliga alphabetisch, nach Geburtsjahr oder der Körpergröße nach miteinander zu vergleichen, bringt halt nicht viel ;) Vor allem dann nicht, wenn es – wie eingangs geschrieben – darum geht, den Informationskonsumenten in seiner Meinung zu beeinflussen. Deshalb wird ein Maßssystem “übergestülpt”, welches a) allen Einzelinformationen gemein ist und b) funktioniert – z.B. die Anzahl der Tore, die die Spieler geschossen haben, oder die Bauhöhe bei Gebäuden usw.
Zugegeben, die Wortwahl ist unglücklich, mißverständlich. Besser hätte es heißen müssen: Informationen werden hierarchisch geordnet, sollen sie miteinander verglichen werden, ohne dass es ein anderes gemeinsames Ordnungsprinzip hierfür gibt.
Hallo Zusammen,
ich hatte gestern noch was angefangen und hab’s dann irgendwie vergessen, zu beenden und abzuschicken. Beendet ist es immer noch nicht, aber nach den Zusatzkommentaren m.E. auch nicht mehr nötig.
“Okay, der Verselbständigung stimme ich zu. :)
Bei der Bundesliga bleib ich Erbsenzähler. ;)
Anzahl der Tore ist hierarchisch, aber der Mannschaft als (veränderliche) Eigenschaft zugehörig. Eine aus der Toranzahl generierte Platzierung würde ich als eigenständige, konzeptionelle Hierarchie ansehen.”
Aber es zeigt deutlich, daß eine vernüftige Informationsarchitektur nicht bei jedem Thema einfach mal so hinzukleckern ist.
Hallo Sven,
schön, dass Du nochmal vorbei schaust :)
Die Anzahl der Tore ist definitiv eine hierarchische Vergleichsmöglichkeit. Aber der Mannschaft zugehörig? Doch nur in dem Sinne, dass Mannschaften an sich Tore schießen. Es ist aber nicht von vorn herein bekannt, wie viele (oder doch?) – Nein, im Ernst: die Höhe eines Bauwerks ist doch auch dann gegeben, wenn es bspw. chronologisch mit anderen Bauwerken verglichen werden soll. Die Anzahl der Tore aber ist doch immer – wie Du auch schreibst – variabel und wird erst im Verlauf der Saison erbracht. – Sind die Tore erst einmal gefallen, gehört die Anzahl zur Information “Mannschaft”. Aber eben noch nicht, wenn die Sportredaktion entscheidet, Mannschaften auf diese Weise miteinander zu vergleichen. Soll heißen, die Veränderlichkeit dieser Eigenschaft ist nicht ausschlaggebend, sondern ihre Eignung als Hierarchie. (Wie Du siehst, zähle ich gleich viele Erbsen ;) )
Lieber Klaus,
genau damit: “Es ist aber nicht von vorn herein bekannt, wie viele (oder doch?)” … “Veränderlichkeit dieser Eigenschaft ist nicht ausschlaggebend, sondern ihre Eignung als Hierarchie.” sprichst Du das spannendste und heikelste am Thema an. Und genau daran scheitern m.E. viele Versuche, Informationen sinnig zu strukturieren, ohne an Flexibilität zu verlieren.
Nur weil ich den Wert einer Eigenschaft nicht vorher kenne, heißt es eben nicht, daß es diese nicht gibt oder nicht zukünftig geben wird. Definiere ‘Tor’ einfach mal probehalber als mannschaftszugehörige Eigenschaft, eben Kategorie. Dann kannst Du im Vorfeld ohne Kenntnisse der zukünftigen Tore die Kategorien 0, 1, 2, 3, 4 bis unendlich bilden und bekommst einfach Mengen von Mannschaften mit jeweils identischen Tormengen, die sich im Lauf der Zeit verändern.
Nun gibt es Aufgabenstellungen, wo diese Dimension reicht und man daher davon sprechen kann, daß sich so automatisch die Hierarchie generiert.
Aber viele Aufgaben sind nicht so eindimensional, Fussballmanschaften zum Beispiel. Da kommen dann die Kategorien Gegentore, Punkte, etc. (Ich bin kein Sportbrot ;) hab also keinen Plan) in’s Spiel und daran wird dann deutlich, daß man genau prüfen sollte, ab wann Eigenschaften ausreichend “Hierarchiesicherheit” geben und welche ‘Krücke’ aka konzeptionelles Maßsystem zusätzlich entwickelt werden sollte.
Der Gegenentwurf dazu wären die olympischen Medaillenspiegel. Welche ist nun wirklich die beste Nation? Zählt Gold, zähl die Gesamtmenge, etc. Ist ein fixe Definition vorteilhaft, oder ist es günstiger, wenn sich perspektivische Sparten auslösen lassen?
Und nun? Gemeinsamer teller Erbsensuppe? :)
LG
Den Teller Erbsen können wir uns gern teilen, lieber Sven, ich bin nämlich auch kein Sportbrot ;)
Jetzt krieg’ ich auch die Kurve zu Deiner Denke: Klar, eignet sich eindimensionales Vergleichen nur in wenigen Fällen wirklich, um dem eigentlichen Sachverhalt einer Information gerecht zu werden. Also werden weitere Kategorien hinzugezogen, wie im Falle Bundesliga Gegentore, Punkte etc.
Im Blogpost ging es ja nur um die fünf Prinzipien, nach denen Informationen geordnet werden können. Natürlich reicht das einzelne Prinzip nicht aus, sämtliche Aspekte zu beleuchten.
Aber wer will auch schon immer die ganze Wahrheit wissen/preisgeben; vor allem, wenn’s um Einflussnahme durch Informationsdarstellung geht… Stell Dir mal vor, die Anlageberater zögen durchs Land und ließen die Leute wissen, auf welche Risiken sie sich einlassen, wenn sie diesen oder jenen Fond erwerben… – auf ihre Provisionen müssten sie dann wohl verzichten ;))