Home > Typografie > Sonderzeichen finden und verwenden

Sonderzeichen finden und verwenden

Typografen erfassen einen geschriebenen Text anders als die meisten Menschen, was im Wesentlichen daran liegt, dass sie die Satzzeichen zur Interpunktion sowie sonstige informationstragende Sonderzeichen bewusster verwenden. Die Funktion der Satz- und Sonderzeichen besteht hauptsächlich darin, die Syntax eines Textes zu strukturieren, fremdsprachige Ausdrücke richtig wiederzugeben oder komplexe, auf ein einziges Zeichen reduzierte Sinnzusammenhänge zu symbolisieren.

Es gibt diverse Regeln vor allem für die Anwendung der Satzzeichen, die allerdings auch der Veränderung unterliegen. So wurde beispielsweise eine Telefonnummer von hinten beginnend in Zweiergruppen mit einem Achtelgeviert getrennt, also so: 030-1 23 45 67 (wobei ich das Achtelgeviert im Internet schon gar nicht verwenden kann…). In meinen Augen eine etwas umständliche und willkürliche Regel. Wieso von hinten – also rechts – beginnend, wo wir doch von links nach rechts schreiben? Und wo findet ein Nicht-Typograf das Achtelgeviert?

Nach der neuen, internationalen Schreibweise werden Telefonnummern nun also ohne Zwischenraum gesetzt, der kommt jetzt nur zwischen Vorwahl und Rufnummer,
also so: 030 1234567.

Typografen sind die Nerds der Schrift

Typografen sind also die Nerds der Schriftsprache und sicherlich auch ein bisschen pedantisch, was das angeht. Aber so ganz unberechtigt ist das auch nicht, denn mal abgesehen von der genaueren Strukturierung eines Textes sieht die Verwendung der gebräuchlichsten Satz- und Sonderzeichen einfach auch schöner aus.

So benutzen viele Leute völlig unbedarft einen Bindestrich als Gedankenstrich oder tun sich schwer, Akzente aus anderen europäischen Sprachen zu verwenden. Dabei ist gerade letzteres alles andere als unwichtig. Satz- und Sonderzeichen sind nämlich – wenn man so will – in Schriftsprache ausgedrückte Gesten. Und selbst kleine Gesten lassen sich immer auch zur Kundenpflege einsetzen. – Beispielsweise ist einer meiner besten Kunden Norweger und er freut sich jedes Mal, wenn ich beim Schreiben seines Namens das skandinavische „ø“ anstatt eines deutschen „ö“ verwende.

Die wichtigsten Satz- und Sonderzeichen im Überblick

Man kann sich natürlich immer auch mit der Maus durch die Menüs hangeln, um die Sonderzeichentabelle aufzurufen und sich daraus zu bedienen (in Word beispielsweise Einfügen > Symbol). Effizient ist allerdings etwas anderes.

Die wichtigsten Satzzeichen erreicht man eigentlich auch ganz bequem über die Tastatur. Die seltene Verwendung des Gedankenstrichs führe ich aber schon auf die trickreiche Eingabe zurück. Ebenso können die bekanntesten Akzente – wie der Accent d’aigu (Café), der Accent grave (10 Briefmarken à 55 Cent) oder der Accent circumflex (hôtel) – releativ einfach über die Tastatur eingegeben werden, indem das betreffende Zeichen bei gleichzeitig gedrückter Umschalttaste gewählt wird.

Für das Eurozeichen „€“ oder das „@“ muss man schon die Alt Gr-Taste benutzen. Für viele weitere Satz- und Sonderzeichen gilt: bei gedrückter Alt-Taste einen Nummerncode auf dem Ziffernblock der Tastatur (wichtig!) einzugeben. So erhält man das französische c cedille („ç“), das auch in türkischen Namen und Worten häufig vorkommt, durch die Eingabe Alt+0231.

Mit welchem Code Sie die wichtigsten Satz- und Sonderzeichen finden, können Sie aus der Übersicht am Ende dieses Posts ersehen.

Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
Kommunikationsdesign und
Social Media Managment

 

Add to Technorati Favorites  |  Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen  |  Bloggeramt.de  | 

 

Sonderzeichen finden und verwenden

Sonderzeichen finden und verwenden

Kategorien:Typografie Schlagwörter:, ,
  1. 29. Januar 2010 um 08:06 | #1

    Ja du hast Recht, auf so etwas muss man achten. ABER: Eigentlich sollten Computer intelligent sein und Menschen Arbeit abnehmen. Wäre es da nicht schön, wenn der Rechenknecht (bzw. die jeweilige Anwendung) selbstständig erkennen könnte, ob ein — oder ein – angebracht ist?

  2. 29. Januar 2010 um 08:34 | #2

    :D Eigentlich… :D sollten sein… :D intelligent…

    Ich hoffe ja, das kommt endlich mit der viel versprochenen Augmented Reality. – Ich warte schon seit den 1990ern mit etlichen maschinengeschrieben und auf Mikrokassette gesprochenen Manuskripten darauf, dass wenigstens die Spracherkennung so funktioniert, dass ich nicht noch mal alles abtippen muss… #waslangewährtwirdendlichgut

  3. 29. Januar 2010 um 08:46 | #3

    Unter typefacts.com/tastaturkuerzel habe ich eine ausführlichere, übersichtliche Sammlung aller über die Tastatur erreichbaren Sonderzeichen bereitgestellt.
    Viele Grüße!

  4. 29. Januar 2010 um 08:50 | #4

    Hey, vielen Dank, Christoph! Wie ich sehe, ist Deine Site Typefacts überhaupt sehr interessant und nützlich.

  5. 29. Januar 2010 um 09:37 | #5

    Das freut mich zu hören – Vielen Dank, Klaus-Dieter!

  1. 30. Januar 2010 um 12:21 | #1