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5 Tipps, dem Information Overload vorzubeugen

Engagement im Social Media heißt vor allem teilen/mitteilen. Eine nicht unwesentliche Voraussetzung dafür sind die zahlreichen Informationen, die an Input nötig sind, um eigenen zielgruppengerechten Content zu erstellen. Da sinnfälliger Content aber nicht automatisch generiert werden kann, müssen all diese Informationen irgendwie verarbeitet werden. Das beansprucht Aufmerksamkeit, verschlingt Zeit und kostet Kraft. Und es sieht nicht gerade so aus, als würden die Informationen irgendwann einmal weniger werden.

Informationsverarbeitung bringt es mit sich, verschiedene Dinge möglichst gleichzeitig zu verrichten. Sicherlich steht hier das Zuhören an erster Stelle, um die Wünsche und Bedürfnisse seiner potentiellen Zielgruppe in Erfahrung zu bringen. Ein weiterer Faktor ist das Monitoring, um herauszufinden, wer wann was über das Unternehmen beziehungsweise die Marke verbreitet. Und nicht zuletzt ist es die schier endlose Menge an Blogposts, Newsartikeln, Links, Tweets, Mails und Messages, denen man seine Aufmerksamkeit widmet, um sie auf die eine oder andere Weise in den eigenen Content einfließen zu lassen.

Doch woher soll die Zeit kommen, das alles zu lesen? Wie schafft man es überhaupt, der wachsenden Anzahl ungelesener Artikel Herr zu werden? Wie kann man auf jeden Tweet und jede Mail zu reagieren, ohne sich in seinem Workflow unterbrechen zu lassen?

Hier sind meine 5 Tipps, um dem drohenden Information Overload vorzubeugen:

1. Prioritäten setzen

Legen Sie sich eine Prioritätenliste an, auf die Sie täglich 2-3 Hauptaufgaben setzen, die unbedingt abgearbeitet werden müssen. Selbstverständlich sollten diese Aufgaben in Ihren Wochenplan eingebunden sein und nicht etwa willkürlich ausgewählt werden.

Alle anderen Sachen sind sekundär und können nötigenfalls vernachlässigt werden.

2. Zeitmanagement betreiben, strukturiert arbeiten

Kontingentieren Sie die Ihnen zu Verfügung stehende Zeit und teilen Sie die größten Kontingente den wichtigsten Aufgaben zu. – Das klingt zwar banal, aber beobachten Sie sich einmal selbst angesichts der 1000+ ungelesenen Artikel im Google Reader.

Gewöhnen Sie sich außerdem Routinen an, um ihren Workflow effektiver zu strukturieren. Wenn Sie beispielsweise vormittags kreativer arbeiten können und Ihnen nachmittags organisatorische Aufgaben leichter fallen, verteilen Sie Ihre Arbeiten entsprechend.

3. Unterbrechungen vermeiden

Schalten Sie beim Verrichten Ihrer Hauptaufgaben alles ab, was Ihre Aufmerksamkeit ablenken und Ihren Workflow unterbrechen könnte. Schließen Sie Ihr Mailprogramm, Ihr Twitter, Ihren Instant Messenger und deaktivieren Sie sämtliche automatische Benachrichtigungen.

Konzentrieren Sie sich ausschließlich auf Ihre Aufgabe und die zu ihrer Verrichtung eingeräumte Zeitspanne. Wenn Sie in der nächsten Stunde einen Blogpost schreiben wollen, tun Sie das und nichts anderes.

Sie müssen auch nicht jederzeit sofort telefonisch erreichbar sein. Lassen Sie durch einen Mitarbeiter ausrichten, Sie seien gerade in einer Besprechung und werden später zurückrufen. – Wenn Sie alleine arbeiten, können Sie auch die Klingeln ihres Telefons und Handys deaktivieren und wichtige Nachrichten auf Ihre Mailbox aufsprechen lassen.

4. Auf wenige, nützliche Hilfsmittel beschränken

Beschränken Sie sich bei der Wahl Ihrer Hilfsmittel auf wenige wirklich nützliche. Legen Sie sich sinnfällige Ordner im Reader an und beachten Sie nur jene, die gerade zu ihren Aufgaben passen.

Nichts ist so wichtig, wie das, was Sie selbst gerade als wichtig definiert haben. Eine wirklich wichtige Nachricht findet schon von selbst den Weg zu Ihnen.

Legen Sie Gruppen im TweetDeck für Ihre Twitter-Timelines an und nutzen Sie Ihre Abonnements in FriendFeed, um Ihren Newsstream nicht nur thematisch, sondern auch nach sozialer Relevanz zu filtern.

Verwalten Sie Ihre Notizen thematisch geordnet in entsprechend vorgefertigten Dokumenten und nutzen Sie die Schedule-Funktion für vorgeschriebene Blogposts.

Und fühlen Sie sich bitte nicht dazu verpflichtet, immerzu auf sämtlichen Plattformen und in allen Foren kommunizieren zu müssen, nur weil sie ein Profil dort haben. Definieren Sie Tageszeiten, zu denen es Ihnen am günstigsten erscheint, eine bestimmte Plattform zu nutzen. Und verteilen Sie Ihre Anwesenheit auf den Businessplattformen auf verschiedene Tage.

5. Gönnen sie sich etwas Offline

Schalten Sie den Rechner aus, wenn Sie ihn nicht unbedingt brauchen, z.B. beim Kochen. Gehen Sie raus. Nehmen Sie Ihren Morgenkaffee am Stehtisch einer Bäckerei ein. Gehen Sie nach dem Mittagessen eine Runde spazieren. Spielen Sie mit Ihren Kindern, gehen Sie am Abend mit Ihrer Frau ins Kino und sehen Sie hin und wieder in der Eckkneipe nach dem Rechten.

Wer immer nur online ist, läuft sich irgendwann tot, schmort im eigenen Saft. – Gönnen Sie sich öfter mal eine Offline-Pause und tanken Sie frische Ideen für den nächsten Austausch in ihrer Social Media Community.

In diesem Sinne,

herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll

Kommunikationsdesign und
Social Media Managment

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  1. 9. November 2009 um 08:16 | #1

    Um nicht in Informationen zu ersaufen, gibt es noch ein paar Tipps:

    1. Reduktion: Es ist sinnvoll die Anzahl der Leute denen man bei Twitter folgt auf ein Maß zu stutzen, die man auch sinnvoll verfolgen kann. Genauso sinnvoll ist es, nicht jeden RSS-Feed zu abonnieren der einem über den Weg läuft. Frei nach dem Motto “Wenn einer Nachricht wichtig ist, findet sie mich” sollte man nur die Feeds abonnieren die man nahezu vollständig immer liest.
    2. Redundanzen vermeiden: Beispielsweise Twitterati deren Blogs man im Feedreader abonniert hat und die man eigentlich nur wegen ihrer Blog-Artikel liest unfollowen.
    3. Priorisierung: Den Punkt hattest du bereits. Es bietet sich beispielsweise auch an, die RSS-Feeds nicht nach Kategorien sondern nach Priorisierung zu sortieren (z.B. Must read, etc).

  2. 9. November 2009 um 17:16 | #2

    Vielen Dank für diese Tips, die so aufgelistet nochmal leichter zu befolgen sind und viel Klarheit in das gefühlte Chaos eines multimedial offenen Firmengründers bringen. Dass das Thema offenbar viele Menschen beschäftigt, beruhigt außerdem. Ein Tip, den ich demnächst in meiner jungen Agentur erproben werde: Sprechstunden einrichten, diese den Kunden mitteilen und natürlich erklären, was sie davon haben: Eine feste Zeit, in der man wirklich ein offenes Ohr hat. Und die Sicherheit, dass man ansonsten konzentriert für den Kunden arbeitet. Danke, Ann-Kathrin Stoltenhoff

  3. 9. November 2009 um 17:44 | #3

    Als Tipp Nr. 6 würde ich hinzfügen: Fokus statt Multitasking!

  4. Thomas Löschnigg
    10. November 2009 um 07:44 | #4

    Das sind alles sehr gute Tipps um sich zu organisieren und die Datenflut in den Griff zu bekommen. Ein sehr gutes Konzept bietet auch ZenToDone. Ein sehr empfehlenswertes Produktivitätssystem. Gerade für Webworker einfach genial.
    http://imgriff.com/serien/zen-to-done/

  5. 7. Januar 2010 um 13:53 | #5

    Ein schöner Artikel. Ich persönlich abonniere nur Blogs, bei denen ich mindestens auch schon 3x so vorbeigekommen bin bzw. welche mich wirklich interessieren. In meinem Feedreader markiere ich mir Nachrichten, welche mich interessieren und welche ich lesen möchte. Für die ganzen Links die einem über Twitter und Co reinfliegen habe ich mir ein eigenes System programmiert, wo ich die Links verwalten kann und nach Wichtigkeit sortiert habe. Damit kann ich sehr effektiv den täglichem Infoballast stand halten ;) .

  1. 9. November 2009 um 08:17 | #1
  2. 11. November 2009 um 06:06 | #2