Raster und Farbauszüge zur Reproduktion im Druck

Um Halbtöne, Verläufe und Mischfarben aus den vier Prozessfarben reproduzieren zu können, wird die Druckvorlage in die einzelnen CMYK-Volltonfarben zerlegt und gerastert. Damit werden für das menschliche Auge unterschiedliche Helligkeitswerte sichtbar, die technisch nicht direkt wiedergegeben werden können. Denn entweder wird an eine bestimmte Stelle auf dem Papier Farbe aufgedruckt oder eben nicht. Mit dem Druckraster wird also die Wiedergabe von Halbtönen, Verläufen und Mischfarben simuliert.


Die Druckvorlage wird zunächst in die einzelnen CMYK-Prozessfarben zerlegt. So erhält man vier Farbauszüge, mit denen im Zusammendruck nahezu alle vorkommenden Farben wiedergegeben werden können.

Die Druckvorlage wird zunächst in die einzelnen CMYK-Prozessfarben zerlegt. So erhält man vier Farbauszüge, mit denen im Zusammendruck nahezu alle vorkommenden Farben wiedergegeben werden können.

Beim Druckraster handelt es sich um ein aus den CMYK-Werten erzeugtes Gitter an Druckpunkten, die sich wiederum aus Rasterpunkten zusammensetzen. Die Rasterpunkte einer Farbe sind auf einer Linie aufgereiht. Die Größe der einzelnen Rasterpunkte kann variieren, damit wird die Farbintensität bei der Ausgabe gesteuert. Der Abstand der Rasterpunkte untereinander ist jedoch immer gleich, man spricht hier von der Rasterweite.

Die Rasterweite wird abhängig vom Druckverfahren und zum Bedruckstoff gewählt. Beispielsweise wählt man für gestrichenes Papier im Offsetdruck ein 70er Raster, während im Zeitungsdruck oder für das Bedrucken unterschiedlichster Materialien im Siebdruck aus technischen Gründen eine niedrigere Rasterweite gewählt wird. Generell kann man sagen, je feiner das Raster gewählt wird, umso weniger wird die Zusammensetzung aus den Druckpunkten der Prozessfarben sichtbar.

Im konventionellen Offsetdruck wurde die Rasterweite in Linien pro Zentimeter (lpc – lines per centimeter) angegeben. Mit dem Siegeszug des Desktop Publishing (DTP) und dem Digitaldruck hat sich die international gebräuchliche Angabe Linien pro Zoll (lpi – lines per inch) durchgesetzt. Die Umrechnung erfolgt jeweils mit dem Wert 2,54:

• von lpc nach lpi: lpc x 2,54 = lpi

• von lpi nach lpc: lpi / 2,54 = lpc

Neben der Rasterweite spielt die Winkelung eine entscheidende Rolle, um Moirés zu vermeiden. Ein Moiré ist ein unschöner Doppelraster, der beispielsweise auftritt, wenn ein bereits gedrucktes (also im Druckraster wiedergegebenes) Bild mangels geeigneter Vorlagen erneut gescannt und gedruckt wird. Dadurch werden unkoordinierte Marmorierungen und Unschärfen sichtbar. Moirés können aber auch durch feine Strukturen im Bildmotiv auftreten.

Das konventionelle Raster bildet im Zusammendruck die so genannte Offset-Rosette. Die stark zeichnenden Farben werden mit einem Winkelabstand von 60° generiert, um Moirés zu vermeiden.

Das konventionelle Raster bildet im Zusammendruck die so genannte Offset-Rosette. Die stark zeichnenden Farben werden mit einem Winkelabstand von 60° generiert, um Moirés zu vermeiden.

Im konventionellen Raster werden deshalb den einzelnen Farbauszügen Rasterwinkel zugeordnet. Gelb (Yellow) wird mit 0° angelegt. Schwarz (K) mit 45°, wodurch sich bei der Wiedergabe feiner Linien und Buchstabenkonturen die unschönen Treppenstufen, die durch die Rasterung entstehen, am wenigsten bemerkbar machen.

Die stark zeichnenden Farben werden jeweils mit weiteren 60° Abstand gewinkelt, also Cyan mit 105° und Magenta mit 165°. Im Zusammendruck bilden die Rasterpunkte in diesen Winkelungen die so genannte Offset-Rosette. Diese ist zwar an sich eine unerwünschte Erscheinung (und je feiner das Raster gewählt wird, desto weniger ist sie fürs bloße Auge sichtbar), sie gilt jedoch gemeinhin als Qualitätsmerkmal für gelungenen Zusammendruck.

Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
Grafikdesign, Webdesign, Mediengestaltung

 

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