Das Gesetz der Ähnlichkeit ist ein weiteres Gestaltprinzip, die ich hier in loser Folge vorstelle. Es besagt, dass Elemente, die sich in Farbe, Form oder Größe einander ähneln als füreinander relevant und somit eher als zusammengehörig wahrgenommen werden als einander unähnliche Elemente. Auf Grund ihrer Ähnlichkeit, die sich auch auf andere Faktoren wie Helligkeit, Material, Raumlage, Bewegungsrichtung oder Geschwindigkeit beziehen kann, werden diese Elemente von unserer Wahrnehmung zu einer Sinneinheit zusammengefasst.
Als Designer kann man sich das Gesetz der Ähnlichkeit zunutze machen, indem man Designelemente entsprechend gruppiert. Dadurch wird die Komplexität der Gesamtinformation reduziert und der Zusammengehörigkeitseffekt ähnlicher Elemente verstärkt. Umgekehrt führt ein Mangel an Ähnlichkeit dazu, dass eine Vielzahl heterogener Einheiten wahrgenommen wird, was wiederum zu einer scheinbaren Betonung der Unterschiede zwischen einzelnen Elementen führt.

Die Ähnlichkeit entscheidet darüber, wie wir Elemente als zugehörig gruppieren; z.B. nach Farbe, Größe oder Form.
Abhängig vom jeweiligen Kontext bewirken verschiedene Arten von Ähnlichkeit am meisten. Ähnlichkeit bezogen auf Farbe erzielt den stärksten Effekt, am besten, wenn die Anzahl der verwendeten Farben gering ist. Mit steigender Anzahl der Farben wird der Gruppierungseffekt schwächer.
Gruppiert man Ähnlichkeit nach Farbe, sollte man aber auch bedenken, dass ein nicht zu vernachlässigender Teil der Bevölkerung farbenblind ist. Daher empfiehlt es sich, Farbe nicht allein als Ähnlichkeitsmerkmal zu verwenden, sondern mit weiteren zu kombinieren.
Bezogen auf Größe wirkt Ähnlichkeit dann effektiv, wenn die einzelnen Elemente wirklich klar voneinander unterschieden werden können. Am stärksten wirkt sich die Ähnlichkeit nach Größe aus, wenn sie zusätzliche Vorteile fürs Design mit sich bringt. Beispielsweise lassen sich größere Knöpfe auf einem Bedientastenfeld leichter bedienen als kleinere.
Die schwächste Gruppierungsstrategie ist Ähnlichkeit auf Basis der Form von Elementen zu organisieren. Am besten wirkt sie in Kombination mit Farbe und Größe und wird sogar notwendig, wenn die anderen Elemente der Farbe und Größe nach gleich sind.
Für einen optimalen Gruppierungseffekt verwendet ein Designer möglichst wenige Farben und möglichst einfache Formen. Für ein leichteres Erkennen ist es allerdings auch wichtig, dass sich die Elemente ausreichend voneinander unterscheiden.
Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
Grafikdesign, Webdesign, Mediengestaltung
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5. Oktober 2009




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