Social Bookmarking, Social News und Hyperdistribution

Vielleicht ist das Interessante am Social Media ja, dass alles permanent in Bewegung ist und durch immer wieder Neues irgendwie immer noch ein bisschen mehr beschleunigt wird. Inzwischen hat die Echtzeit-Suche nach Informationen so große Bedeutung erlangt, dass alle großen Social Networking Plattformen entsprechende Tools bereitstellen. WordPress unterstützt seit dieser Woche mit RSS Clouds Echtzeit-Feeds und auf Mr. Wong kann man seit kurzem seine Tweets importieren. Und wohin man auch kommt, die Facebook-Connect Schnittstelle ist bereits integriert. Stellt sich die Frage, ob Social Bookmarking unter diesen Bedingungen noch eine Option ist.

Echtzeit-Suche ist meiner Ansicht nach in gewisser Weise paradox. Einerseits begehrt man das unverzügliche Abrufen aktueller Information auf möglichst allen Kanälen – was eine Suche danach also überflüssig machen sollte. Andererseits können selbst eingefleischte Multi-Tasker die ständig steigende Informationsflut nicht mehr bewältigen und benötigen dringend Tools, um scheinbar verpasste Informationen in einer freien Minute doch noch auffinden und verarbeiten zu können. Und genau da kommen Social Bookmarking Dienste nach wie vor als unverzichtbare Elemente des Social Media ins Spiel.

Es nimmt fraglos viel Zeit in Anspruch, sämtliche Informationen wenigstens auf allen wichtigen Plattformen zu verlinken. Und zumindest was die Verlinkung von Beiträgen auf Social News Plattformen betrifft, wird es mittlerweile als lästig empfunden, jedes Mal die umständlichen Formulare auszufüllen. Dass das aber auch anders (im Sinne von besser) geht, beweist StumbleUpon mit seinem parallel zum Review-Formular angebotenen „Quick submit“-Link.

Dank "Quick submit" erfordert die Verlinkung auf StumbleUpon nicht zwingend das Ausfüllen des Review-Formulars.

Dank "Quick submit" erfordert die Verlinkung auf StumbleUpon nicht zwingend das Ausfüllen des Review-Formulars.

Doch wozu sollte überhaupt noch auf anderen Plattformen verlinkt werden, wenn sämtliche Informationen mehr oder weniger direkt in Facebook und Twitter zusammenlaufen? – Eine Antwort darauf lautet: der Hyperdistribution wegen. Und mindestens zwei weitere Antworten sind alte Bekannte: Gebookmarkte Beiträge generieren Links und mit ihnen Bedeutung, möglicherweise PageRank, vor allem aber zusätzlichen Traffic, unter dem sich im Idealfall die nächsten Kunden befinden. Und darüber hinaus bedeutet das „social“ auch beim Bookmarking teilen, mitteilen, austauschen.

Social Media – und die Social Bookmarking Plattformen als Teil dessen – stellt die Technologie für Mund-zu-Mund-Propaganda zur Verfügung. Und wer wollte leugnen, dass Empfehlungen von Menschen bei anderen Menschen das höchste Vertrauen genießen? Also ist es ökonomisch effektiv und obendrein social, Informationen so oft wie möglich zu verlinken, so weit wie möglich zu verbreiten und so vielen Lesern wie möglich zugänglich zu machen.

Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
Grafikdesign, Webdesign, Mediengestaltung

 

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