Wie Social Media auch die KMU-Webpräsenz beeinflusst

Social Media ist in aller Munde und wer es seiner Großmutter erklären kann, gilt schon als Experte. Dabei bezieht das Social Media seine Popularität ganz einfach aus dem Umstand, dass es von immer mehr Menschen aktiv genutzt wird. Und zwar so aktiv, dass immer mehr Firmen über ihre Webpräsenz nachdenken und sowohl neue Präsentationsformen als auch neue Geschäftsmodelle diskutieren. Aber ist Social Media tatsächlich mehr als ein Hype? Und wenn ja, muss die gute alte Homepage bald unter Artenschutz gestellt werden?

Obwohl sich beinahe täglich neue Nachrichten zum Thema Social Media überschlagen, handelt es sich meiner Ansicht nach keineswegs um einen Hype im Sommerloch. Vielmehr bildet Social Media eine Entwicklung ab, die logischer und konsequenter gar nicht sein könnte. Dank Breitbandzugang und Web 2.0-Technologien ergibt das Internet für viele erstmals einen Sinn. Endlich können die Menschen ein Medium nach Belieben nutzen und für ihre ureigenen Ziele einsetzen. Und sie können es nicht nur, sie nehmen auch so massiv am Geschehen im Internet teil, dass die bisherigen Meinungsmonopolisten den daraus resultierenden Medienwandel fürchten.

Die Website ist tot – es lebe die Website

Doch bedeutet das wirklich das Aus für die Firmenwebsite? – Die Antwort darauf ist ein klares Jain. Wenn täglich immer mehr Menschen immer mehr Informationen veröffentlichen und verbreiten, bleibt das natürlich nicht ohne Folgen für bereits Bestehendes. Je mehr Informationen produziert werden, desto weniger Beachtung findet die einzelne Information und desto kürzer ist ihre Lebensdauer. Wer seine Firmenwebsite als Pendant zur Broschüre konzipiert hat, sieht sich plötzlich mit der Tatsache konfrontiert, dass sich die statische Informationseinheit in einem dynamischen Umfeld behaupten muss.

Online-Umfrage von designdamage.com vom 13.08.2009

Online-Umfrage von designdamage.com vom 13.08.2009

Die gute alte Homepage der KMU ist aber schon lange kein statisches Phänomen mehr, sondern ein Prozess, der dauerhaft fortgeführt wird. Es müssen beständig neue Inhalte produziert, der Verlinkungsgrad erhöht, der PageRank verbessert werden, um Besucher anzulocken, unter denen sich möglicherweise die nächsten Kunden befinden. Da genügt es nicht, irgendwo in den Weiten des World Wide Web ein Firmenschild aus HTML-Code platziert zu haben.

Andererseits halte ich es für groben Unfug zu glauben, eine Profilseite auf einer Netzwerkplattform reiche für die Selbstdarstellung einer Firma aus. Das Web in den drei W’s bedeutet schließlich soviel wie Gewebe, und das besteht nun mal nicht aus einer einzigen Zelle. Vielmehr ist es so, dass man sich mehrere Profile erstellt und so zumindest auf allen relevanten Plattformen – XING, LinkedIn, Facebook – präsent ist und diese beispielsweise auf einem Google-Profil ein miteinander verknüpft.

Aus eigener Erfahrung mit Netzwerkkontakten weiß ich jedoch, dass die Profilbesucher immer auch nachsehen, ob derjenige eine eigene Website hat oder sonst irgendwelche weiterführenden Informationen anbietet. Schon aus diesem Blickwinkel sollte man nicht auf seine Homepage verzichten.

Aber auch im Hinblick aufs Personal Branding sollte man ruhig weitere Möglichkeiten in Betracht ziehen. Ein eigenes Blog sowie Profile auf Twitter, FriendFeed, MyBlogLog und MyON-ID tragen nicht nur zur eigenen Popularität im Netz bei, sondern dienen auch hervorragend als Nachrichtenquellen, um Futter für die eigenen Inhalte zu finden. Außerdem hat man über diese Profile zusätzlich die Möglichkeit, zur eigenen Website zu verlinken, wodurch sich weiterer Traffic generieren lässt.

Das Internet als demokratisches Referenzmedium lebt vom Mitmachen und Teilen. Wer seine Firma darin erfolgreich präsentieren möchte, muss dies an mehreren Stellen und mit immer neuen Inhalten tun. Die Firmen-Webpräsenz war einmal ein geeigneter Anfang, doch das reicht im Web 2.0 längst nicht mehr aus. Um im Social Media wirksam präsent zu sein, muss eine Firma sich auch mitteilen, also kommunizieren. Und die Homepage allein ist dazu einfach nicht mehr in der Lage.

Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
Grafikdesign, Webdesign, Mediengestaltung

 

Add to Technorati Favorites  |  Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen  |  Webnews  |  Bloggeramt.de

Über kadekmedien

Ich gestalte Ihr Erscheinungsbild, erzähle Ihre Geschichte und bringe Sie nach vorn. Kommunikationsdesign, Content Creation, SMO.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Social Media Experten | Lapidarium42 - 11. September 2009

    [...] Social Media Experten Sep 11th, 2009 by posterous. Social Media ist in aller Munde und wer es seiner Großmutter erklären kann, gilt schon als Experte. via kadekmedien.com [...]

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 1.821 other followers