Wissenswertes über Farben – Teil 2
Ich fülle das Sommerloch mit Farben. So lautete vergangenen Montag meine Ankündigung zu dieser Artikelserie auf Twitter. Und offenbar handelt es sich um ein interessantes Thema, denn gleich am ersten Tag erreichte ich gut hundert Leser damit. Frei nach dem Motto „Versprochen ist versprochen“ habe ich in diesem Blogpost das wichtigste zum Farbkreis kurz und übersichtlich zusammengestellt.
Der Farbkreis
Um beim Gestalten sichere Farbbeziehungen herzustellen, nutzen Grafikdesigner den Farbkreis. In ihm sind die Farben Gelb, Rot und Blau Primärfarben, da sie nicht durch Mischen erzeugt werden können.

Komplementärfarben-Paare
Ordnet man sie in einem Kreis an und verteilt sie mit gleichem Abstand zueinander, entstehen durch Mischen der jeweils benachbarten Primärfarben die Sekundärfarben. Aus Gelb und Rot entsteht Orange, aus Gelb und Blau Grün und aus Blau und Rot Violett.
Vermischt man die Primärfarben mit den Sekundärfarben, entstehen die sechs Tertiärfarben Gelb-Orange, Rot-Orange, Rot-Violett, Blau-Violett, Blau-Grün und Gelb-Grün. Aus diesen insgesamt zwölf Grundfarben des Farbkreises lassen sich mühelos harmonische Beziehungen ableiten.
Komplementärfarben
Als Komplementärfarben bezeichnet man jene Farben, die sich im Farbkreis direkt gegenüber liegen. Wie in der Abbildung zu sehen, sind Gelb/Violett, Rot/Grün, Blau/Orange, Gelb-Grün/Rot-Violett, Blau-Violett/Gelb-Orange sowie Rot-Orange/Blau-Grün Komplementäre Farbenpaare. Gewissermaßen stellen Komplementärfarben auch so etwas wie Extreme dar, daher macht es sich am besten, jeweils nur eine von beiden als Hauptfarbe zu wählen und mit der Komplementärfarbe Akzente zu setzen.

Triaden im Farbkreis
Triaden
Triaden bilden eine weitere Möglichkeit, angenehme Farbharmonien aus dem Farbkreis abzuleiten. Darunter versteht man eine Gruppe aus drei Farben, die gleich weit von einander entfernt liegen. Die wohl bekannteste Triade besteht aus den Primärfarben Rot-Gelb-Blau. Da es sich um die Primärfarben handelt, wird sie auch Primärtriade genannt und sehr gern für Kinderspielzeug eingesetzt.
Entsprechend der Farbgruppennamen heißen die anderen Sekundär- bzw. Tertiärtriaden.
Teilkomplementäre Farbharmonien

Teilkomplementäre Farbharmonien
Bei den teilkomplementären Farbharmonien handelt es sich um spezielle Triaden. Und zwar sucht man sich zunächst zu einer beliebigen Farbe die Komplementärfarbe und wählt dann deren unmittelbare Nachbarn im Farbkreis aus. Diese teilkomplementären Kombinationen wirken frischer als die enger definierten Komplementärfarben-Paare bzw. Triaden.

Analogfarben
Analogfarben
Eine etwas überraschende Möglichkeit, harmonische Farbbeziehungen aus dem Farbkreis abzuleiten, besteht darin, Farben analog zu kombinieren. Bei den Analogfarben handelt es sich jeweils um die drei nebeneinander liegenden Sekundär- und Tertiärfarben. Die Primärfarben finden allerdings keine direkte Berücksichtigung: zwei von ihnen sind ja jeweils Grundlage einer Analogfarbenkombination.
Schattierungen und Farbtöne

Schattierungen und Farbtöne
Der einfache Farbkreis ist allerdings auf die zwölf Grundfarben beschränkt. Dabei gibt es noch Millionen weiterer Farben und Nuancen. Durch bloßes Hinzufügen von Schwarz und Weiß lassen sich auch aus den Farben im Farbkreis interessantere Variationen gewinnen.
Die reine Farbe wird als Farbwert bezeichnet. Indem dem Farbwert in Abstufungen oder auch stufenlos Schwarz hinzugefügt wird, entstehen Schattierungen. Und umgekehrt entstehen Farbtöne durch das Hinzufügen von Weiß zum Farbwert.
Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
Grafikdesign, Webdesign, Mediengestaltung
PS: Bis zum 15. August können Sie noch an meiner twtpoll-Umfrage „Welche ist Ihre Lieblingsfarbe?“ teilnehmen.
• Wissenswertes über Farben – Teil 1
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