Im Zusammenhang mit diversen Online-Kommunikationsmöglichkeiten wird die Frage nach dem Sinn und Zweck immer wieder gern aufgeworfen. Und die Antwort darauf ist mindestens ebenso diffus wie die Fragestellung selbst. Denn was genau versucht man eigentlich in Erfahrung zu bringen, wenn man fragt, ob es lohnt ein Blog zu betreiben? Wer wissen will, ob es sich in Barem auszahlt, mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren, wird schnell einsehen, dass die Frage selbst einer näheren Eingrenzung bedarf.
Jede Kommunikationsmöglichkeit ist grundsätzlich erst einmal nach allen Seiten hin offen. Das gilt für die jedermann leicht zugänglichen Onlinemedien umso mehr. Wer also in Erfahrung bringen will, ob es sich etwa für klein- und mittelständische Betriebe lohnt, ein Weblog zu betreiben, sollte sich klarmachen, dass die Antwort von den Voraussetzungen abhängt. Wie beim Betreiben einer Website oder dem Einrichten eines Twitteraccounts sollten bereits im Vorfeld klare Ziele definiert und strategisch umgesetzt werden.
Viel zu häufig begegnet man gerade in der Bloggosphäre gescheiterten Kommunikationsversuchen. Ein Blog bedarf regelmäßiger Pflege. Und der damit verbundene Aufwand zahlt sich nicht unmittelbar und schon gar nicht in klingender Münze aus. Beim Betreiben eines Firmenblogs sollte man sich also vor allem keinerlei Illusionen hinsichtlich der anfallenden Arbeit machen. Verwaiste Blogs schaden einer Firma meiner Ansicht nach mehr als gar nicht erst eins zu betreiben.
Regelmäßig relevanten Inhalt bloggen
Das heißt, man sollte sich klar darüber werden, dass ein Firmenblog so etwas wie ein Kundenmagazin ist, das zur Kundengewinnung mehr aber noch zur Kundenpflege betrieben wird. Hierüber wird regelmäßig mit den Kunden kommuniziert und dazu bedarf es in erster Linie sinnfälligen Inhalts. Dieser Inhalt muss sich aus dem Tätigkeitsfeld der Firma ergeben und er sollte wenigstens einmal wöchentlich aktualisiert werden.
Wer also nicht garantieren kann, mit beharrlicher Regelmäßigkeit in relativ kurzen Abständen zu bloggen, lässt es besser. Bloggen umfasst nämlich nicht nur die unmittelbare Tätigkeit, einen Artikel zu verfassen und ihn auf dem Blog zu publizieren. Er muss auch beworben und verlinkt werden, um Besucher zu generieren. Und der Blogger muss auch zeitnah auf eingehende Kommentare reagieren.
Ebenso wenig macht es Sinn ein Blog zu betreiben, wenn das Tätigkeitsfeld nicht genügend thematische Bandbreite für regelmäßige Blogposts bereithält. Viel zu viele KMU beginnen mit schier grenzenlosem Enthusiasmus zu bloggen. Und schon nach wenigen Wochen werden die Beiträge immer kürzer und belangloser, oder sie verweisen nur noch auf Inhalte anderer Blogs und werden schließlich wesentlich seltener publiziert. – Der Eindruck, den sowohl der neue Besucher als auch der wiederkehrende Stammleser dadurch erhält, ist der eines verwaisten oder gar stillgelegten Blogs. Diese Leser werden kein weiteres Mal zurückkehren, um nachzusehen, ob sich an diesem negativen Eindruck etwas geändert hat. Sie sind für alle Zeiten verloren.
Nachhaltig kommunizieren, sanft werben
Es gibt zwar erfolgreiche Themenblogs, die – wiederum nur durch regelmäßiges Bloggen relevanter Themen – ausreichend viele Besucher generieren, um Werbeeinnahmen in signifikanter Höhe zu erwirtschaften. Aber das ist eine andere Geschichte. Werbung für andere Unternehmen, Dienstleistungen oder Produkte hat auf einem als Kundenmagazin angelegten Firmenblog eines KMU nichts zu suchen. Das Firmenblog wirbt ausschließlich für die Betreiberfirma, und zwar aufgrund des kommunikativen Charakters auf eine sanfte, dafür umso nachhaltigere Art und Weise. Alles andere macht die Leser misstrauisch und stört somit die Kundenpflege.
Mit qualitativ hochwertigen Inhalten können Blogger ihre fachliche Kompetenz demonstrieren und Stammleser gewinnen. Und Stammleser sind der beste Beweis für eine gelungene Kommunikation, denn über sie lassen sich auch neue Kunden gewinnen und Geschäfte anbahnen. – In erster Linie gilt jedoch auch beim Betreiben eines Blogs: ohne Fleiß kein Preis.
Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
Grafikdesign, Webdesign, Mediengestaltung
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12. Juli 2009





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