Business, Sex und Stalin – XING

Jetzt mit Update: Eine Zensur findet statt

Vorgestern wurden die ersten Meldungen vertwittert, China habe anlässlich des Jahrestages des Tian’anmen-Massakers das Web2.0 gesperrt. Gestern erreichte ich den Krawattenträger immerhin über die Persönliche Nachrichten-Funktion von XING. Mittags konnten dann plötzlich für eine knappe Viertelstunde keinerlei RSS-Feeds russischer Medien geladen werden und ich fragte schon die Twitterwelt, ob Russland auch offline sei. Doch der wahre Stalinismus traf mich erst ab dem Nachmittag in Deutschlands größtem und wichtigstem Business-Netzwerk wie ein Schlag.

NIXGut – »Eine Zensur findet nicht statt.« (Art 5,1 GG)

NIXGut – »Eine Zensur findet nicht statt.« (Art 5,1 GG)

Was war passiert? – Mit einer gewissen Sympathie für alles Russische ausgestattet, bin ich eines Tages der XING-Gruppe Deutschland-Russland beigetreten und habe anfänglich sogar beinahe täglich darin gepostet. Das wurde mir rasch zu langweilig, weil die virtuellen Gespräche – na, sagen wir mal – mit einer etwas totalitären Tendenz zur groben Vereinfachung gemustert waren. O-Ton war immer russisch beleidigter Trotz gegen die ungerechte Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen, deutscher im Besonderen. Da ist was dran, aber das tut hier nicht zur Sache.

Da ich gestern Mittag kurz befürchten musste, Russland sei vom Rest der Welt getrennt worden, verschlug es mich in „meine Russlandgruppe“, um nach dreimonatiger Abstinenz mal wieder nach dem Rechten zu sehen. Und raten Sie mal, wer mir beim Lesen der beiden aktuellen Threads die Augen öffnete? Der Generalissimus Josef Stalin höchstpersönlich.

Die Stelle mit dem Sex kommt weiter hinten

Die beiden Threads waren Zwillinge und die hatten ein Kind gekriegt. Mir war nur noch nicht klar, welcher von beiden. Der eine wurde von Frau Tatjana T. um 14:04 Uhr unter dem Titel „Gratuliere“ (Link entfernt) veröffentlicht, der andere unter dem Titel „Austritt aus der Gruppe“ (Link entfernt) von Herrn Dr. Benjamin S. aber erst um 14:06 Uhr. In beiden beklagten Mitglieder das undemokratische Gebaren der Gruppenmoderatoren. Diese hatten offensichtlich nicht nur mindestens zwei weitere Threads mit in ihren Augen unliebsamem Inhalt kurzerhand gelöscht, sondern auch weitere Artikel in anderen Threads munter ihrer Kopf-Schere geopfert und darüber hinaus drei Gruppenmitglieder in die Verbannung geschickt, unter ihnen ein Co-Moderator, der selbstverständlich vorher noch seines Amtes enthoben wurde.

Als Außenstehender sollte man folgendes wissen: Die russische Seele erfährt durch Widerrede ihre Grenzen auf besonders grausame Weise. Daher ist die Geduld Verantwortung tragender Personen bei diesen Leuten auch in etwa so lang wie der berühmte kurze Prozess.

Die gegenseitige Begeisterung der bösen Drei

Die drei verbannten Dissidenten Polina S., Vadim P. und Wassilij J. äußerten ihre verbotenen Meinungen kurzerhand in ihrer eigenen „Gruppe der gegenseitigen Begeisterung“ noch einmal. Zum Glück ist im Internet alles nur einen Klick weit entfernt. Die tapfere Tatjana T. hatte dann auch in ihrem Gratulationsthread in der Deutschland-Russland-Gruppe einer harten Strafe ins Auge blickend den bitterbösen Link (Link entfernt) zu den widerspenstigen Drei gelegt. Und – Überraschung! – die in angewandtem Stalinismus im Artikelbaumlöschen nicht ungeschickte Moderatorin Anna E. löschte ihn gar nicht und verbannte auch Tatjana T. nicht aus der Gruppe. Vermutlich war sie einfach nur erschöpft und brauchte erstmal eine Pause – so jedenfalls lesen sich ihre späteren Beiträge.

Bis hierhin könnte man eigentlich denken, XING sei ein Kindergarten für unterbeschäftigte Erwachsene (und als solcher ist die Business-Plattform ja schließlich auch getarnt). Interessant sind die Schriften der drei Dissidenten jedoch aus ganz anderen Gründen. Werfen Sie doch nicht nur reichlich Licht auf die dubios anmutenden Aktivitäten einer weiteren Co-Moderatorin der Deutschland-Russland-Gruppe. Nein, dieses sonderbare Licht erzeugt auch reichlich Schatten, der des Lesers Fantasie durchaus zu wildem Spiel verführt.

Jetzt geht’s lo’os!

Alle drei Verbannten beschreiben in ausführlichen und sehr persönlich gehaltenen Erfahrungsberichten, auf welche Weise sie mit der aus der Schweiz stammenden und in Moskau lebenden Co-Moderatorin S.R. zu tun hatten. Der Bogen spannt sich in allen drei Beiträgen von falschen Versprechungen über schlampig ausgeführte Arbeit, ausbleibenden Honorarzahlungen und persönlichen Anfeindungen bis hin zu russischem Trotz und stalinistischem Widerstand.

Etwas pikantere Nuancen steuern die beiden Herren des Dissidententrios bei. Da heißt es etwa im Text des Konzertpianisten und Dozenten an der Musikhochschule Karlsruhe Vadim P.: „Ich habe immer gedacht, das hätte mit professionellem Interesse und normaler menschlicher Sympathie zu tun. Von meinem Familienstand wusste R. vom Beginn unserer Bekanntschaft an.“

Noch etwas deutlicher drückt sich der wegen falscher Versprechen von Irkutsk nach Moskau gelockte Chefredakteur der „Gasjeta Pjatniza“ Wassilij J. aus:

Der Wendepunkt kam am 13. April 2009. An diesem Tag hat die »Fee« mich ins Restaurant eingeladen. Ich habe gedacht, wir wollten die Bereitstellung des neuen Immobilienprojektes feiern, was auch in Russland ganz üblich ist. Leider war der Grund ein ganz anderer. Im Restaurant hat Frau R. mir folgendes klar gemacht: »Ich habe kein Interesse, dir nur für ‚Danke schön!’ zu helfen. Wenn du mit mir nicht intim sein wirst, geht unsere weitere Zusammenarbeit anders.«

Da ich aber in Frau R. nur eine Geschäftspartnerin sah, und an ihr als Frau kein Interesse fand (und auch kein Interesse zeigte), und vor allem eine bildhübsche junge Ehefrau und 9-jährige Tochter habe, habe ich Frau R. abgesagt.

Die Reaktion darauf war: »Jetzt wirst du für mich nur für eine geringe Summe nebenbei arbeiten.«

Klar, dass Frau R. kein Interesse daran hat, solche Texte in der von ihr co-moderierten Deutschland-Russland-Gruppe auf XING zu lesen. Dumm gelaufen auch, dass die drei Dissidenten ihren Namen nicht kürzten, sondern ausschrieben. – Das ist eine etwas trickreiche Regel in Deutschlands größtem Business-Netzwerk. Namen sind im Normalfall abzukürzen. Das wird oft jedoch nicht eingehalten und noch öfter von den Betroffenen angemahnt. In „meiner Russlandgruppe“ hatten wir mal abgesprochen, uns alle gegenseitig beim Vornamen zu nennen, aber in drei Monaten tut sich allerhand…

Indes, die Texte sind nun mal in der Welt, und bei dem Aufsehen, das sie erregten, werden sie auch nur schwer wieder wegzukriegen sein. Jedes XING-Mitglied kann die Texte in der „Gruppe der gegenseitigen Begeisterung“ lesen, auch ohne Gruppenmitglied zu sein. Anders hingegen bei den Rechtfertigungen stalinistischer stalinistisch anmutender Machenschaften in der Deutschland-Russland-Gruppe: diese Texte sind nur Gruppenmitgliedern zugänglich; dafür ist die Teilnahme nicht freischaltungspflichtig. Wer will, ist also sofort drin und kann lesen, wie es weiterging. – (04.06.2009_15:25 Die Texte sind auf XING nicht mehr einsehbar.)

„Foren sind kein demokratisches Gebilde.“

Einige Mitglieder – unter ihnen auch ich – haben eine Stellungnahme der Moderatoren zu den zensierenden Maßnahmen gefordert. Aber was einem da seitens der Moderatorinnen in die Augen gestreut wurde, gereicht jedem Altstalinisten zur Ehre.

Meine Forderung an alle Moderatoren der Gruppe, Stellung zu beziehen, wurde von Frau R. mit Hinweis auf Ihren Anwalt gekontert. Mit germanischem Dickschädel drohte ich für den Fall unzureichender Stellungnahmen eine Veröffentlichung dieser Vorgänge im Social Media an. Es folgten noch weitere Verbalscharmützel vor allem zwischen mir und Frau R., die mich zu folgendem Schluss kommen ließen:

Der Skandal ist, dass auch Mitglieder in diesem Zusammenhang aus der Gruppe ausgeschlossen wurden, mit dem vagen Hinweis der Moderatorin, diese hätten eine “gewisse Person mit Name genannt und beleidigt”. – Beim Namen genannt: ja. Beleidigt: nein.

Das legt den Schluss nahe, dass die Moderatoren dieser Gruppe sich unter allen Umständen decken und jedwede demokratische Mediation vermissen lassen. Versagen Sie dann nicht als Moderatoren? Decken Sie nicht gar unlauteres Verhalten? Müssen die Gruppenmitglieder sich das gefallen lassen? Heißt die Gruppe Deutschland-Russland oder Deutsch-Sowjetische Freundschaft?

Fragen, nichts als Fragen. – Und keine Antworten seitens der Moderatoren. Stattdessen stalinistischer Trotz.

Während Frau R. mich im weiteren Verlauf in eine Zwickmühle trieb, in der ich nicht mehr wusste „ob ich mich vor Lachen kringeln oder Sie doch einfach nur bemitleiden soll“, klärte mich die Moskauer Schweizerin darüber auf, das Foren „keine demokratischen Gebilde“ seien.

Warte, bis die Nacht vorüber ist

Ich bin echt gespannt, ob Frau R. heute noch Moderatorin der Deutschland-Russland-Gruppe sein wird. Zumal mich um 23:01 Uhr eine XING-Nachricht über einen weiteren Artikel in Kenntnis setzte. (04.06.2009_15:25 Der Text ist auf XING nicht mehr einsehbar.) Darin schreibt Wassilij J.:

Ich habe vor kurzem so eine interessante PN von R. bekommen

»Wasili moechtest Du wirklich das jemand erfaehrt dass Du kleinen 23 jaehrigen Maedchen ihren Uebersetzungskunden klaust und zwar Maedchen die Dir noch Ihren Laptop geliehen haben? Nur weil Ihre Mutter eine Wohnung an der Prospekt Mira hat, also anderen Leuten noch versuchst in die Brieftasche zu sehen! Misch Dich besser nicht in Dinge ein die Sache von Rechtsanwaelten und XING sind.

Nimm dies als 1. Verwahrnung sonst wirst Du auch als Mitglied der Gruppe gesperrt und halt Dich besser in der Hexenjagd zurueck. – S.«

Wenn Sie mich morgen hier nicht sehen, dann wissen Sie: ich habe “23 jaehrigen Maedchen ihren Uebersetzungskunden geklaut” und “versuche anderen Leuten in die Brieftasche zu sehen”))))

Also Stalinzeitmethoden ))))

Ich finde den Vorgang spätestens ab hier nicht mehr komisch. Und deshalb habe ich mich zu diesem Blogpost entschlossen und die ganze Nacht durchgearbeitet. Ich fordere die XING-Geschäftsführung hiermit öffentlich auf, Ihre Moderatoren unmissverständlich wissen zu lassen, was das Landgericht Münster zur freien Meinungsäußerung in Foren festgestellt hat:

Das LG Münster stärkt mit seinem Urteil vom 17.01.2008 die freie Meinungsäußerung in Internetforen. Ausgangspunkt ist die Abgrenzung zwischen Tatsachenbehauptung und Meinungsäußerungen/Werturteilen. Die streitgegenständlichen Äußerungen von Forenteilnehmern werden als Meinungsäußerung eingestuft. Das Gericht wägt dann insbesondere die Rechte des von der Meinungsäußerung betroffenen Unternehmens und der Meinungsäußerungsfreiheit aus Art. 5 I GG ab und gelangt zu dem Ergebnis, dass die veröffentlichten Äußerungen allesamt zulässige Meinungsäußerungen darstellen.

Darüber hinaus fordere ich, die ModeratorInnen der Deutschland-Russland-Gruppe, insbesondere die Frauen R. und E. von ihren Pflichten zu entbinden. Sie sind ihrer Verantwortung in einem öffentlichen Forum nicht gewachsen und fügen durch ihr Verhalten der freiheitlich-demokratischen Grundordnung schweren Schaden zu.

Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll

Grafikdesign, Webdesign, Mediengestaltung

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1. Update: Zensur geht weiter

Donnerstag, 04.06.2009_15:25 MESZ

Ich habe mich anscheinend getäuscht: die Re-Stalinisierung der Wunsch nach Zensur ist weiter fortgeschritten als ich dachte. In mindestens einer Gruppe Auf XING findet also doch so eine Art Zensur statt. Komischerweise entpuppen sich Zensoren immer als humorlos.

Aber immer hübsch der Reihe nach: Um 07:47 MESZ erreichte mich eine XING-PN von Herrn Wassilij J. mit folgendem Inhalt:

Heute in der Nacht wurde ich von der Gruppe rausgeschmiessen ohne 2. Warnung

Etwa zur gleichen Zeit ereigneten sich die beiden ersten Kommentare zu diesem Post. Um als Außenstehender den ersten gänzlich zu verstehen, ist es vielleicht nützlich zu wissen, dass der Kommentierende ebenfalls Moderator einer XING-Gruppe ist.
Über Twitter ließ Herr Torsten M. mich noch folgendes wissen: „Internetforen sind nicht demokratisch. Da gibts immer wen der die Richtung vorgibt und auch die Haftung übernimmt.“

Zum Mittag trudelten gleich mehrere für sich sprechende Nachrichten ein: Um 12:21 Uhr schrieb Herr Vadim P. eine XING-PN mit dem Betreff „Stalin lebt“ an mich:

Guten Tag Herr Knoll,
mir ist bekannt geworden, dass Moderatoren Gruppe uns als Gruppe (GGB) unsichtbar macht… Ich verstehe nicht was hier abläuft.
Liebe Grüße!
V.P.

Wenig später erhielt ich per eMail ein Ticket #2009060442011036 von der XING-Community. Darin heißt es u.a.:

Wir mussten feststellen, dass Sie Beiträge anderer Mitglieder aus XING auf Ihrem blog veröffentlicht haben. Desweiteren haben Sie unser Firmenlogo auf Ihrer Seite verwendet.

Dies stellt einen Verstoß gegen unsere AGB dar:

” 4.1.3 bei der Nutzung der Inhalte und Dienste auf den XING-Websites die anwendbaren Gesetze sowie alle Rechte Dritter zu beachten. Es ist dem Nutzer insbesondere untersagt,[...] gesetzlich (z. B. durch das Urheber-, Marken-, Patent-, Geschmacksmuster- oder Gebrauchsmusterrecht) geschützte Inhalte zu verwenden, ohne dazu berechtigt zu sein, oder gesetzlich geschützte Waren oder Dienstleistungen zu bewerben, anzubieten oder zu vertreiben [...] beleidigende oder verleumderische Inhalte zu verwenden, unabhängig davon, ob diese Inhalte andere Nutzer, XING-Mitarbeiter oder andere Personen oder Unternehmen betreffen, [...]

4.2 Folgende Handlungen sind dem Nutzer untersagt: [...]

Verbreitung und öffentliche Wiedergabe von Inhalten der XING-Websites oder von anderen Nutzern, [...]“

Wir möchten Sie bitten, die angesprochenen Passagen umgehenden, spätestens jedoch bis heute Abend, zu entfernen.

Hierzu möchte ich folgendes feststellen:

  1. Ich habe das XING-Firmenlogo nicht verwendet. Nie. Zu keiner Zeit. Nirgendwo. – Stattdessen habe ich im Rahmen meiner künstlerischen Freiheit ebenso wie meinem grundgesetzlich verbrieftem Recht auf freie Meinungsäußerung eine in diesem Blogpost verwendete Illustration unter Verwendung eines alten sowjetischen Propagandaposters und des farblich daran angepassten XING-Logos erstellt. Mit diesen Änderungen und Verfremdungen ist ein eigenständiges Bild entstanden, an dem einzig und allein ich das Urheberrecht innehabe.
    Da ich jedoch ein netter Mensch bin, bedanke ich mich für die Steilvorlage, die mir dieses Ticket #2009060442011036 beschert hat, indem ich die Verfremdung noch einmal überarbeitete, um mein Anliegen der Öffentlichkeit deutlicher zu präsentieren.
    Danke, XING.
  2. Ich habe die Links zu den XING-Threads entfernt und die betroffenen Stellen im Text kenntlich gemacht.
    Mir war nicht bewusst (bekannt ja, ich habe ja den XING-AGB einst zugestimmt), dass ich auf dieser Plattform öffentlich geäußerte Beiträge nicht zitieren darf. Ich finde jedoch, es gibt einen Unterschied zwischen „Inhalte verbreiten“ und „aus Inhalten zitieren“. Mag sein, dass solche Nuancen in der Eile übersehen worden sind. Und dass es sich um Eile handeln muss, wird ja aus dem ebenso dringenden wie vagen Ultimatum, „die angesprochenen Passagen umgehend, spätestens jedoch bis heute Abend, zu entfernen“ ersichtlich. – Wann ist heute Abend?
  3. Mir liegen die einst in der nun geschlossenen „Gruppe der gegenseitigen Begeisterung“ publizierten Texte im Original vor. Sie wurden mir freundlicherweise von den Autoren Frau Polina S., Herrn Vadim P. und Herrn Wassilij J. zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Anders ausgedrückt, ich zitiere gar nicht aus XING-Inhalten. Diese sind ohnehin auf XING nicht mehr einsehbar. Ich zitiere bestenfalls aus ehemaligen XING-Inhalten. Soviel Zensur findet statt.

Über kadekmedien

Ich gestalte Ihr Erscheinungsbild, erzähle Ihre Geschichte und bringe Sie nach vorn. Kommunikationsdesign, Content Creation, SMO.

14 Antworten zu “Business, Sex und Stalin – XING”

  1. Es hätte sicher auch genügt, wenn du dein ganzes hier ausgebreitetes Wissen direkt an den Xing-Support geschickt hättest. Der hätte sich der Sache dann sicher angenommen.

  2. So nimmt er sich des Themas sicher auch an ;-) Zusätzlich erfahren aber ein paar mehr Leute davon. Wir wollen doch nicht, dass XING unter der “Abgeschlossene-System-Schwäche” leidet.

  3. Was für ein völlig unsinniger Blogpost. Soetwas braucht die Welt nicht, und soetwas auszubreiten auch nicht. Da hat jemand zuviel Zeit und zuwenig … [insert anything nice / essential here]

  4. Und der Bezug zu Stalin ist völlig unangebracht. Meines Wissens nach hat Xing keinen umgebracht und schon gar nicht Massen an Menschen.

    Entschuldigung, aber der Titel ist widerwärtig unangebracht und ich bin mir sicher nicht ganz rechtlich sauber. Ändern!

  5. Kontrovers zu diskutierende Meinungen sind immer willkommen. Über Inhalte und Stil könnten wir streiten. Mir wäre meine Zeit zu schade gewesen, für diesen kindischen Kleinkrieg eine Nacht zu opfern.

    Enorm nervtötend ist allerdings das blinde Herumschwingen von thematisch unpassenden Keulen:

    Unerträglich finde ich den – über jedes vernünftige Maß hinaus in die Breite getretenen – Stalinismusvergleich. Die zig Millionen Todesopfer mit einer Diskussionsgruppe zu vergleichen, ist geschmacklos.

    XING macht die Regeln – und die sagen, dass es um Kontakte und Kommunikation im Businessbereich geht – nicht um das Verbreiten von “sehr persönlich gehaltenen Erfahrungsberichten”. Dafür gibt es andere Foren oder auch dieses mysteriöse Real Life. Diskussionen im in Ihrem Post dargestellten Rahmen geraten sehr schnell in Dimensionen, bei denen sich XING um seine Mitstörerhaftung machen darf. Unter den daraus eventuell entstehenden Konsquenzen würde eine Vielzahl der Mitglieder leiden. Kurz: Kindereien, auch noch solche auf dem im Post gezeigten Niveau, auf dem Rücken anderer auszutragen, ist unverantwortlich. Demokratie hat mehr Facetten, als immer nur die vermeintlich Schwächeren zu hätscheln.

    Was die Bewertung des Zitatrechts im Internet und der künstlerischen Freiheit angeht: Das sollte man vielleicht nicht dem eigenen – vielleicht erhitzten – germanischen Dickschädel überlassen …

    Just my 2 cent … Und: Nein, ich arbeite nicht für XING.

  6. Unabhängig davon, ob die Darstellung dessen, was sich bei Xing ereignet hat für einen Vergleich mit Stalinmethoden gerechtfertigt ist, oder nicht, bleibt festzuhalten, dass Xing sich nicht von der Seite gezeigt hat, die ich zu sehen erwartet habe.

    Hiess Xing ehemals Open Business Club und stand schon durch die Namensgebung für offene Diskussionen, so finde ich es unangenehm befremdlich, dass derartige Vorfälle auf dieser Plattform gebilligt werden. Ich hätte von Xing ein Einschreiten erwartet, welches nahe an der Bestürzung des Blogautors liegt. Der Vorfall (ich gehe davon aus, dass die Berichterstattung in diesem Blog den Tatsachen entspricht (stelle diese auch erstmal nicht in Frage)) erscheint mir sehr perfide – ich hätte von Xing eine andere Reaktion erwartet, als dass man den Blogautor hier “kontaktiert”. Man hätte sich um diejenigen kümmern sollen, die auf einer öffentlichen Plattform wie Xing eine persönliche Interessenvertretung mit zweifelhaften Methoden gemacht haben (sofern das alles stimmt).

    Wer diesen Beitrag hier als unsinnig abtut, stellt seine mangelnde Wahrnehmungsgabe für moralisches Gebaren von Mensch zu Mensch zur Schau.

  7. Mit der letzten fundierten Meinung von Peter (sorry, der Familienname ist mir leider nicht bekannt) bin ich ganz einverstanden.

    Die Gruppe Delovaja Shvejcarija BIZ CH Russian, die ich moderiere, hat den bekannten Fall besprochen: [Link entfernt - siehe Antwortkommentar]

    Punkto diesen Fall: Auch ich als Moderatorin habe offen meine Stellungnahme geäussert – nicht unbedingt eine schonende, aber auf jeden Fall meine persönliche, aufrichtige Meinung, für die ich stehe. Enorm wichtig für mich: Die drei Personen, die Berichten hinterlassen haben, haben diese offene Besprechung positiv wahrgenommen. Und diese konstruktive Besprechung hat uns alle weiter geführt.

    Übrigens. Stalinismus, stalinistisch – diese Bezeichnungen sich schon lange (journalistische) Metapher geworden, das wissen alle Journalisten in Deutschland, Russland und überall, also mit realen Opfer des Stalinismus hat es oft gar nichts zu tun.

    Ich finde es auch richtig, dass der Initiator Herr Knoll durch die ganze Nacht diesen Text geschrieben hatte und bedanke ihn für den geleisteten intellektuellen Beitrag. Sicher hat er – und wir alle – sehr viele andere Verpflichtungen. Wenn wir uns aber mit dem Phänomen NEUE MEDIEN beschäftigen bzw. sind gezwungen, damit umgehen zu lernen, – sollen wir auch darüber intensiv nachzudenken. Wir sind im 21. Jahrhundert.

    Beste Grüsse aus Bern
    Irina Cernova Burger, Bürgerin CH, RU, und www :-)

  8. @Dr. Irinia Cernova Burger
    Herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Der Sp@mschutz hatte Ihren Kommentar aussortiert, vermutlich weil Sie einen Link darin gepostet haben. Deshalb wurde ich auch nicht automatisch über einen neuen Kommentar in Kenntnis gesetzt bzw. erhielt erst durch Ihre Mail an mich Kenntnis davon. – Jetzt habe ich ihn also aus dem Sp@m-Ordner entfernt und freigeschaltet.

    Um den XING-AGB zu entsprechen, keine internen Inhalte zu verbreiten, habe ich den Link aus Ihrem Kommentar herausgenommen und möchte für Interessierte den Weg dahin aufzeigen:

    Besuchen Sie die XING-Gruppe: “Деловая Швейцария – Biz CH Russian”. Unter dem Pfad “Themen > Деловая Швейцария – Biz CH Russian > Foren > Швейцария – Swiss Image” finden Sie den Artikelbaum “Achtung! Gefahr!”, wo Frau Burgers Meinung und auch die anderer zum Thema nachzulesen sind.

    @all
    Noch einmal zum Verständnis: es geht mir nicht um den “Kleinkrieg” zwischen bestimmten Personen. Sondern darum, dass die Diskussion darüber zensiert wurde, bis hin zum Unsichtbar-Schalten der “Gruppe der gegenseitigen Begeisterung”, in der die – eine bestimmte Person nicht beleidigenden, wohl aber ihre dubiosen Geschäftspraktiken offenlegenden – Texte zu lesen waren.

    Sich in diesem Fall ausschließlich an die XING-Community zu wenden, hätte in meinen Augen eine Einladung zum “Unter-den-Tisch-kehren” dargestellt.

    Außerdem bitte ich alle Leser zur Kenntnis zu nehmen, dass ich zwischen der XING AG, die diese wundervolle Kommunikationsplattform technisch ermöglicht, und der Plattform selbst, die sich weitgehend selbst verwaltet und in Gruppen organisiert, unterscheide. – Daher sage ich auch “auf XING”, wenn ich die Plattform meine; und würde “bei XING” sagen, wenn ich die XING AG meinte (was jedoch nicht der Fall ist).

    @Andrej
    Es geht nicht darum, irgendwen zu verklagen.

    @Oliver und Michael
    “Stalinistisch” mag für Sie überzogen, geschmacklos, wie auch immer klingen. Man darf in meinen Augen den “Stalinismus” auch nicht ausschließlich auf die Massenmorde reduzieren. – Wie Frau Dr. Burger bereits schrieb, ist “Stalinismus” längst ein Synonym für totalitäre, systematische Unterdrückung Einzelner zugunsten der “Vernunft” eines (wie auch immer gearteten) ideologisch ausgerichteten, sozialen Machtsystems zu verstehen.

    In diesem Sinne gebrauche ich das Synonym “Stalinismus”, nicht zuletzt, um damit auch eine erhöhte Aufmerksamkeit auf die hier publizierten Vorgänge zu lenken.

    Ich danke jedoch ausdrücklich allen für Ihre durchaus kontroversen Meinungsäußerungen, denn ich bin sicher, Dynamik entsteht erst aus der Differenzierung.

  9. Bei und von XING gibt es nunmal Regeln, für das Verhalten auf XING – genau so, wie es hier Spielregeln gibt.

    Warum machen Sie die Regeln? Sicher, weil Sie hier “ordentlichen” Content haben möchten und nicht für möglicherweise gesetzwidrige Äußerungen anderer juristisch zur Verantwortung gezogen werden wollen.

    Zensieren Sie Äußerungen, die gegen Ihre Regeln verstoßen? Natürlich, denn das steht so in Ihren Spielregeln.

    Würden Sie darüber (öffentlich) diskutieren? Bestimmt nicht. Weil Sie Ihre eigenen Regeln mögen und das hier Ihr Spielplatz ist.

    Es ist – sogar in meinen Augen – nicht in Ordnung, wie die oben dargestellten Geschäftsbeziehungen verlaufen sind. Aber: Das können die Betroffenen untereinander klären. Nicht auf XING, sondern vor Gericht. Denn: Auch die “Bösen” haben das Recht, nicht in eine Ecke gestellt zu werden, die u.U. beleidigend ist. Die genaue Beurteilung dessen, die Aufgabe von Juristen. Und juristisch Fachkundige bei XING werden sich vorher Gedanken darüber gemacht haben, bevor sie zur “Zensur” gegriffen haben.

    Zum Schluss: Meiner Meinung nach sollten Stilmittel nur in dem Maß angewendet werden, wie sie dem Inhalt helfen. Anderenfalls könnte man den Eindruck gewinnen, es handele sich um Satire. Und das wollen Sie nicht erreichen, oder? Wie dem auch sei: Den Vergleich finde ich weiterhin unpassend.

  10. @Michael
    Vielen Dank, dass Sie noch einmal hier vorbeigeschaut und einen weiteren Kommentar hinterlassen haben. Das weiß ich sehr zu schätzen.

    Sie haben Recht mit der Annahme, dass ich Kommentare auf diesem Blog zensieren würde, die nicht meinen Spielregeln entsprächen. Und zwar, weil das hier – wie Sie sehr richtig erkannt haben – meine Spielwiese ist.

    Und genau an dieser Stelle hinkt ihr Vergleich – wie es sich für einen ordentlichen Vergleich gehört ;-)

    Warum? Nun, eine XING-Gruppe ist nun mal die Spielwiese mehrerer Leute und nicht die eines Einzelnen wie so ein Blog. – Die Beurteilung dessen, was für eine sich selbst organisierende Gemeinschaft – wie XING-Gruppen es nun mal sind – unzumutbar und deshalb zensierenswert ist, sollte dann auch in einer solchen Gemeinschaft erörtert werden.

    Um nichts anderes geht es hier. Um mehrere und allesamt zensierte Diskussionen darüber, was diskutiert werden soll und was nicht. Und diese Beurteilung nahmen sicher keine juristisch fachkundigen Personen vor; dazu fand die Zensur viel zu schnell statt.

    Komischerweise findet das in anderen Gruppen nicht in diesem Ausmaß statt. Da wird auch schon mal von Mitgliedern nach der Moderation gerufen, diese schreitet aber trotzdem nicht ein. (Natürlich bin ich nur in einer absoluten Minderheit der unüberschaubar vielen XING-Gruppen Mitglied, so dass dieser Eindruck sehr subjektiv und möglicherweise völlig verkehrt ist.)

    Noch einmal: es geht mir nicht um den „Kleinkrieg“, den die Protagonisten möglicherweise zivilrechtlich austragen. – Es handelt sich jedoch um Geschäftsbeziehungen, die über die Business-Plattform zustande gekommen sind. Und um das Bedürfnis Geschädigter, auf ebendieser Plattform andere zu warnen. Das muss im Rahmen der freien Kommunikation gestattet sein. – Die von den Protagonisten verbreiteten Inhalte beleidigen oder verleumden in keiner Weise irgendjemand. Ihr einziger wirklich kritisierenswerter Makel bestand in der vollen Namensnennung.

    Inzwischen liegen mir sogar Belege dafür vor, dass die „Geschichte“ viel tiefere Wurzeln hat und dass auch hier weder juristisch fachkundig noch freiheitlich-demokratisch, sondern stattdessen willkürlich von und im Sinne einer bestimmten Person Entscheidungen zu ungunsten mindestens eines der Protagonisten getroffen wurden. Doch damit möge sich wirklich die XING-Community auseinandersetzen.

    Und doch, lieber Michael, die Stilmittel der Satire habe ich sehr wohl in meinen Text einfließen lassen. Schade, wenn Sie das nicht erkannt haben wollen.

  11. Also mich hätte hierzu auch eine offizielle Stellungnahme des Xing Supports interessiert

  12. mir wurde aus vermeintlich formalistischen gründen verweigert, über ein zitat von dr. uhl (cdu) zu debattieren und zwar im forum politik. ich habe nach ausbleibender reaktion der geschäftsführung meine mitgliedschaft sofort beendet, zumal mir die moderatoren dort schon mehrfach unangenehm durch ihre parteilichen einwürfe und geradezu unverhohlene parteinahme, für die meist konservativen zielscheiben meiner beiträge aufgefallen sind. nachdem gestern der piratenpartei ein eigenes forum verweigert wurde, haben sich heute ebenfalls mehrere freunde und geschäftspartner von xing verabschiedet…
    also keine verzerrte wahrnehmung, – ganz sicher nicht!

    grüße aus berlin

  13. Hallo Arne,

    danke für Deinen Kommentar. – Ich habe auch erst heute von der anfänglichen XING-Weigerung eine Piratenpartei-Gruppe zu gestatten erfahren – und vom anschließenden zurückrudern.

    Wer mehr darüber erfahren will, hier ein paar Links:

    http://blog.xing.com/2009/08/bundestagswahl-2009-bei-xing/
    http://www.golem.de/0908/68857.html
    http://t3n.yeebase.com/politik-20-dont-mess-pirates-piratenpartei-social-251414/
    http://www.tirsales.de/blog/tirsales/2009/08/05/offene-email-xing-lasst-die-piratenpartei-zu-updated
    http://boomel.lhwclan.de/?p=580

    Ich bin jedenfalls stark im Zweifel, ob ich noch länger Premium-Mitglied bleiben möchte… – und zwar nicht erst seit heute…

    Grüße aus Berlin zurück ;)

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