Die Mischung macht’s

Wie Kommunikation und Werbung
zu Social Media Marketing verschmelzen

Während ein Großteil der Gewerbetreibenden seine virtuelle Firmenpräsenz noch vor sich hinschlummern lässt, nur hin und wieder mal eine E-Mail verschickt und allenfalls mit einem halbherzig ausgefüllten XING-Profil in diversen Foren über Sinn oder Unsinn von Twitter fachsimpelt, sehen Trendpropheten längst ein viel gigantischeres Phänomen am Horizont heraufziehen: Social Media Marketing. Und in der Tat, man muss schon seine Medienaktivitäten auf Zeitunglesen und Fernsehen beschränken, um nicht mitzubekommen, dass da zusammenwächst, was offenbar zusammen gehört.

Das unter dem Schlagwort Web 2.0 bekannt gewordene Mitmach-Internet hat zahlreiche Plattformen hervorgebracht, so dass es eigentlich von Anfang an nur eine Frage der Zeit war, wann man beginnen würde, seine Aktivitäten zu koordinieren. Die damit einhergehende zweite Frage, wozu man überhaupt in so vielen, teilweise recht unterschiedlichen Online-Plattformen aktiv ist, stellt sich anscheinend nur Skeptikern. Und für jene haben unzählige selbsternannte Coaches auch schon eine passende Antwort parat: weil sich in Nullkommanichts und ohne weitere Anstrengung das große Geld machen lässt.

Ich hingegen behaupte einfach mal, dass die Mehrheit der Aktiven eher einer vagen Ahnung folgt, diese aber einem sicheren Gespür für das Richtige entspringt. Und auch das klingt schon hochtrabender als es eigentlich ist. Man muss nämlich nur eins und eins zusammenzählen, um zu verstehen, dass ein Medium, über das unzählige Menschen Informationen nahezu in Echtzeit austauschen, in gewisser Weise auch fürs Marketing in eigener Sache taugt.

Kommunikation ist Marketing

Natürlich ist die gute alte Firmenpräsenz nicht wirklich tot, aber sie besitzt längst nicht mehr die Bedeutung, die sie mal hatte. Niemand will mehr offensichtliche und obendrein langweilige Eigenwerbung finden, sondern Informationen. Sätze wie "Herzlich willkommen auf meiner Internetseite. Hier erfahren Sie, dass ich zuverlässig, kompetent und preiswert bin." will keiner mehr lesen. Ersparen Sie sich den Schaden, den Sie mit solch inhaltsleeren Floskeln anrichten.

Aufmerksamkeit erlangt man durch wiederholtes Engagement. Und dem folgt dann auch ein gewisser Bekanntheitsgrad. Mit selbstverfassten Beiträgen kann man viel glaubhafter Kompetenz beweisen und/oder von anderen Forenteilnehmern zugesprochen bekommen. So erwirbt man mittelfristig das Vertrauen, das die Grundlage künftiger Geschäftsbeziehungen bildet.

Steigt das Interesse eines Forenmitglieds an Ihnen, erkundigt es sich zunächst auf Ihrem Profil, wer Sie sind, was Sie tun und wo Sie das anbieten. Außerdem sucht derjenige nach weiteren Informationen über Sie: Sind Sie im Internet aktiv? Bloggen Sie? Twittern Sie? Haben Sie weitere Profile und wenn ja, wo? Ihre Firmenwebsite besucht der Interessierte erst so ziemlich zum Schluss. Hier vervollständigt er sein Bild von Ihnen, das idealerweise identisch mit dem ist, wie Sie gesehen werden möchten.

In diesem Zusammenhang ist es unerlässlich, selbst Informationen über sich zu verbreiten oder eine Agentur Ihres Vertrauens mit Ihrem Social Media Management zu betrauen. Denn solange Sie es in der Hand haben, welche Informationen über Sie an die Öffentlichkeit gelangen, desto mehr Nutzen erlangen Sie und desto weniger Schaden erleiden Sie. Profilpflege ist Imagepflege. Und Image ist Kommunikation als notwendiger Bestandteil Ihrer Marketingstrategie.

Beispiel für gelungenes Social Media Marketing

Wie gezieltes Engagement in Social Media Plattformen erfolgreich fürs Marketing genutzt werden kann, möchte ich Ihnen anhand eines Beispiels noch aufzeigen. Erst kürzlich und "rein zufällig" am Tag vor dem Erscheinen ihrer neuen Single wurde die Hamburger Sängerin Mariha in einem Mr. Wong-Newsletter als Mitglied dieser Social Bookmarking-Plattform portraitiert. Entweder ist es mir vorher noch nie aufgefallen oder diese Art Mitglieder-Portraits sind ein ganz neues Feature. Jedenfalls erlangte es meine Aufmerksamkeit und so klickte ich mich zu Marihas Profil durch.

Selbstverständlich konnte ich dort nicht nur ihren neuen Song Heart Keeps Beating anhören, sondern auch anhand ihrer Bookmarks sehen, wofür sich die Sängerin interessiert. Und ebenso selbstverständlich wird von ihrem Mr. Wong- auf ihr MySpace-Profil verlinkt, wo man sich weitere Songs anhören und informieren kann.

Schließlich überzeugte mich das gesamte Informationsangebot. (Sie merken schon, Werbung funktioniert heutzutage andersherum: ich informiere mich aktiv innerhalb des bereit gehaltenen Angebots anstatt mich von irgendeinem vorgefertigten Spot berieseln zu lassen.) Letztlich war der Download des Songs nur noch einen Klick entfernt, und bei der Gelegenheit fragte der Anbieter mich, ob ich nicht eine Kundenrezension verfassen wolle, was ich gerne tat.

Und dass ich jetzt auch noch aus freien Stücken hier darüber schreibe, beweist wie Social Media Marketing funktioniert: durch glaubhaft vermittelte Information und der Möglichkeit, sofort aktiv teilnehmen anstatt einfach nur passiv konsumieren zu können.

Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
Grafikdesign, Webdesign, Mediengestaltung

 

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Eine Antwort zu “Die Mischung macht’s”

  1. In diesem Zusammenhang kann ruhig auf google wave verwiesen werden. Da bahnt sich gerade etwas größeres an: Die Verbindung von Mail mit Sozialen Netzen – wird, wenige Stunden nachdem die Twitter-Gemeinde drauf aufmerksam geworden ist zur Killerapp genannt, weil Opensource und mit jeder Menge Marktmacht im Rücken

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