Mit gestalteten Visitenkarten in Kunden investieren

Jeder Gewerbetreibende hat eine. Wer keine hat, braucht eine. Dringend sogar, denn es gibt kein Business ohne. Es gibt gelungene, misslungene, auffällige, unauffällige, gewöhnliche, ungewöhnliche, außergewöhnliche, ausgesprochen schöne und eher weniger schöne Exemplare. Die Rede ist vom wichtigsten Kommunikationsmedium überhaupt, nämlich von der Visitenkarte, die mitunter auch denglisch Businesskarte oder englisch Businesscard genannt wird.

Es gibt ein Standardformat für die Visitenkarte, das identisch mit dem Kreditkartenformat ist und das beträgt 85 x 54 mm. Natürlich gibt es Abweichungen von diesem Format, am bekanntesten ist wohl die schlanke Variante mit 90 x 50 mm. Das Standardformat bringt jedoch den entscheidenden Vorteil mit sich, das zahlreiche Angebote darauf abgestimmt sind, seien es nun die preislich unschlagbar attraktiven Angebote einiger Online-Druckereien oder diverse Behältnisse wie Visitenkarten-Etuis oder -Boxen.

2-seitige Visitenkarte im Querformat

2-seitige Visitenkarte im Querformat

Es sollte schon ein triftiger Grund vorliegen, wenn bei der Gestaltung Ihrer Visitenkarte ein anderes als das Standardformat angewendet werden soll. Denn wie eingangs bereits gesagt, handelt es sich um Ihr wichtigstes Kommunikationsmedium. Und dieses wird vom Empfänger meist zusammen mit allen anderen Visitenkarten an einem Ort aufbewahrt. Da gilt es vor allem, dass Ihre Karte auch leicht wieder gefunden wird, damit sie ihren eigentlichen Zweck erfüllt, nämlich die Kontaktaufnahme zu Ihnen zu ermöglichen.

Klick, klick, alles schick?

Obwohl diese alltäglich genutzte Kleindrucksache anderes vermuten lässt, ist die Gestaltung einer Visitenkarte alles andere als einfach. Im Wesentlichen müssen drei unterschiedliche Informationsblöcke auf diesem kleinen Format Platz finden und ästhetisch angeordnet sein, denn das Auge sieht ja bekanntlich mit. Es handelt sich um das Logo und den Firmennamen, um den Personennamen und gegebenenfalls die dazugehörige Funktion, und um den Block mit allen wichtigen Kontaktinformationen.

Hochformat-Visitenkarte

Hochformat-Visitenkarte

Sowohl aus ästhetischen als auch aus drucktechnischen Gründen empfiehlt es sich, den Satzspiegel mit einem Abstand von 3 bis 5 mm zu den Außenkanten anzulegen. Als nächstes sollte eine sinnvolle Schriftgröße – zwischen 7 und 9 Punkt – gewählt werden. Die Schriftgröße kann beispielsweise von der längsten Zeile innerhalb des Adressenblocks vorgegeben werden. Wichtig ist, sinnvolle Zeilenumbrüche zu verwenden und die einmal gewählte Schriftgröße beizubehalten (hiervon ausgenommen sind die Logoschriftgrößen).

Manch einem kommt die Schrift auf einer Visitenkarte zu klein vor, vor allem der Personenname soll immer hübsch groß geschrieben werden. Trotzdem sollte die Schriftgröße immer einen direkten Bezug zum Format haben. Wenn ein Geschäftsbrief im DIN A4-Format mit einer Schriftgröße von 10 Punkt geschrieben wird, wie unanständig sieht dann diese Schriftgröße auf einer Visitenkarte aus? – Es gibt andere Möglichkeiten, kleine Schriftgrade hervorzuheben oder größer erscheinen zu lassen, z.B. die Verwendung von Großbuchstaben (der Fachmann nennt sie Versalien), der – sparsame – Einsatz von fetten Schriftschnitten oder auch unterschiedliche Farbgebungen.

Die Gestaltung kann sowohl im Quer- als auch im Hochformat erfolgen. Das Querformat ist das übliche, so liegt die Visitenkarte später gleich in Leserichtung in der Visitenkartenbox. Beim Querformat sollte jedoch der grafisch eher anspruchslose Mittelsatz vermieden werden, weil dieses kleine Visitenkarten-Format soviel übertriebene Symmetrie beim besten Willen nicht aushält.

Deutlich spannender kann schon das Hochformat aussehen, vorausgesetzt das Logo und der Firmenname werden nicht zu klein, weil hier die kurze Seite die Zeilenlänge vorgibt. Eine weitere Gestaltungsmöglichkeit sind zweiseitige Visitenkarten. Sie sorgen nicht nur dafür, auf jeden Fall wieder gefunden zu werden, sondern lassen auch eine großzügigere Informationsmenge und deren Aufteilung zu.

asymmetrische Klapp-Visitenkarte mit abgerundeten Ecken auf Conqueror-Karton

asymmetrische Klapp-Visitenkarte mit abgerundeten Ecken auf Conqueror-Karton

Überhaupt lässt sich in gestalterischer Hinsicht nahezu alles ermöglichen, was technisch machbar ist. So gibt es nicht nur Klapp-Visitenkarten, sondern auch asymmetrische Versionen hiervon. Ebenso lassen sich unterschiedliche Kartonsorten von billig bis edel verwenden. Es lassen sich aber auch Holz oder transparenter Kunststoff für Visitenkarten bedrucken, je nachdem, ob es zum Überbringer passt oder nicht. Und sofern es im Rahmen eines sinnvoll gewählten Budgets liegt, kommen auch Veredlungstechniken als Gestaltungsmittel in Frage. Sehr beliebt sind beispielsweise Blindprägungen, Formenstanzungen, Reliefdruck, Heiß- oder Kaltfolie sowie Spotlackeffekte.

Billig kauft man immer zweimal

Existenzgründer lassen sich zu Beginn ihrer Geschäftsaufnahme gern dazu verleiten, auf Billig-, Gratis- oder Do-It-Yourself-Lösungen zurückzugreifen. Das ist aus nahe liegenden Gründen zwar verständlich, doch auch hier gilt: billig kauft man immer zweimal. Die DIY-Varianten mit Word Plug-Ins oder ähnlicher Software erstellt und auf vorgestanzten Karton ausgedruckt, sehen nicht nur unprofessionell aus, sondern fühlen sich auch eher lappig an. So wollen Sie nicht wirklich wahrgenommen werden oder in Erinnerung bleiben.

Die Gratis-Angebote sollten Sie dahingehend prüfen, ob sie wirklich gratis sind. Mal abgesehen davon, dass die zur Verfügung stehenden Layoutvorlagen keine Individualität zulassen und Lieferkosten auf jeden Fall anfallen, machen Sie auf der Rückseite immer Werbung für jemand anderes. Das Kommunikationsmedium Visitenkarte stellt immer auch eine Investition in Ihre Kundenbeziehungen dar und wer will aus diesem Blickwinkel schon als knauserig gelten?

Auch die unschlagbar günstigen Angebote zahlreicher Online-Druckereien sollten kritisch geprüft werden. Einerseits verwenden diese fast immer den billigen Bilderdruckkarton, der sich wie eine Spielkarte anfühlt. Besser geeignet zur Repräsentation eines Unternehmens ist immer eine auf hochwertigen Diplomatenkarton gedruckte Visitenkarte, mindestens aber ein ordentlicher Offsetkarton.

Andererseits kommen diese preiswerten Angebote dadurch zustande, dass mehrere Visitenkarten zu Sammelformen zusammengefasst gedruckt werden. Das kann sich vor allem bei der Farbwiedergabe unangenehm bemerkbar machen.

Fazit: Eine anständige Visitenkarte muss zwar nicht teuer sein, dennoch sollten Sie nicht am falschen Ende sparen, denn Sie investieren damit immer in einen Kundenkontakt. Lassen Sie das Aushängeschild Ihres Unternehmens von einem Fachmann grafisch anspruchsvoll gestalten und beauftragen Sie mit der Herstellung eine Druckerei, die für ihre Qualität bekannt ist.

Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
Grafikdesign, Webdesign, Mediengestaltung

 

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Über kadekmedien

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2 Antworten zu “Mit gestalteten Visitenkarten in Kunden investieren”

  1. Dem kann ich nur zu stimmen. Visitenkarten sind ein wichtiges Marketingmittel und wichtiges Werkzeug in der Geschäftsausstattung. Leider machen so viele Designer und Hobby-Designer bei Visitenkarten vieles falsch.

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  1. Was brauchen Existenzgründer wirklich? « kadekmedien’s Blog - 31. März 2009

    [...] Gratis- oder Billigangeboten ab. Realistisch betrachtet kosten ein Entwurf sowie der Druck von 500 Visitenkarten auf anständigem Offsetkarton um die 150 Euro – gerundet, man kommt bestimmt auch mit etwas [...]

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