Korrekturlauf oder Korrektorat?

Empfehlungen zur Fehlervermeidung

Wenn man von Druckfehlern spricht, ist im Allgemeinen – und mal abgesehen von drucktechnischen Verfahrensfehlern – die Rede von falsch geschriebenen Wörtern oder typografischen Fehlern, die also vor dem eigentlichen Drucken im Schriftsatz gemacht werden und daher richtigerweise Satzfehler heißen müssten. In früheren Zeiten entstanden sie meist direkt beim Schriftsetzer, während er ein Manuskript mit Bleilettern nachbildete.

Heute werden die Texte für gewöhnlich direkt vom Autor in digitaler Form erfasst und weitergereicht und stellen so eine mögliche Quelle von Satzfehlern dar. Mal abgesehen von klassischen Tippfehlern, handelt es sich oftmals auch um typografische Fehler, die vom Autor unbeabsichtigt und aus Unkenntnis gemacht werden. Dazu gehören verkehrt abgeteilte Telefon- und Kontonummern, wahllos voreingestellte Anführungszeichen, die unbedarfte Verwendung des Bindestrichs als Gedankenstrich und nicht zuletzt auch eine mitunter etwas unkonventionelle Orthografie ;-)

Um Satzfehler in einer Drucksache zu vermeiden, ist also eine mehrfache Kontrolle durch eine entsprechend ausgebildete Fachkraft notwendig. Leider wird heutzutage hier zu allererst gespart und die Korrektur auf bloße Fehlerberichtigung reduziert, meist unter Einsatz von Rechtschreib- und Grammatikprüfprogrammen.

Einige Kunden verlassen sich gerne auch auf jemand aus dem Bekanntenkreis, „der sich gut mit Deutsch auskennt“ oder auf den mit der Gestaltung der Drucksache beauftragten Mediengestalter. Dabei können vor allem Letztgenannte die Leistung eines Korrektors oder Lektors aus fachlichen Gründen gar nicht erbringen. Und das hat vor allem mit „Betriebsblindheit“ zu tun. Denn der Grafiker erkennt Tippfehler kaum selbst, die er beim Arbeiten am Bildschirm den halben Tag vor Augen hatte. Darum sollte auch immer jemand gegenlesen, der sich mit der Materie auskennt.

Ein Korrektorat ist für Qualitätsdrucksachen unbedingt empfehlenswert

Der Layouter kalkuliert zwar zwei Korrekturläufe in sein Angebot ein, doch es ist unbedingt notwendig, zwischen Korrekturlauf und Korrektorat zu unterscheiden. Das Korrektorat beinhaltet das fachgerechte Gegenlesen und wird im Idealfall von einem speziell hierfür ausgebildeten Korrektor oder Lektor ausgeführt. Dieser erhält die Druckfahnen oder entsprechende digitale Dokumente, in denen der betreffende Text zum Druck aufbereitet wurde. Er zeichnet mögliche Satzfehler mit standardisierten Korrekturzeichen an und reicht die Korrekturfahnen zurück. Nur durch diese eindeutigen Angaben zur Korrektur weiß der Layouter, was er im Text verbessern soll. Und bei diesem Berichtigungsvorgang handelt es sich um den Korrekturlauf.

Der Mediengestalter übernimmt die Verantwortung für die saubere Erstellung und korrekte Anlieferung der Daten an die Druckerei. Er ist verantwortlich für die richtige Schrift, Größe und Positionierung, für von ihm ausgewählte Inhalte, also Texte und Bilder sowie dafür, bekannte – also ausgewiesene – Tippfehler berichtigen.

Fazit: Für die Richtigkeit seiner Inhalte ist der Kunde selbst verantwortlich, also auch für die richtige Rechtschreibung und Grammatik. Ist er bereit, das entsprechende Honorar zu zahlen, beauftragt der Layouter gerne auch einen externen Dienstleister mit dem Korrektorat. Wer sich jedoch keinen Korrektor leisten möchte, muss sich selbst um die richtige Schreibweise, Interpunktion und Grammatik kümmern. In jedem Fall muss er eine eindeutige schriftliche Freigabe erteilen, bevor der Entwurf des Grafikers in den Druck geht.

Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
Grafikdesign, Webdesign, Mediengestaltung

 

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Eine Antwort zu “Korrekturlauf oder Korrektorat?”

  1. Ein fehlerfreier Text ist und bleibt die Visitenkarte eines Unternehmens. Schöne Grüsse aus der Schweiz
    L.H.

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