Eine Website bringt noch keine Kunden

Immer wieder höre ich gerade von Neukunden kleiner mittelständischer Unternehmen (KMU) den Satz: „Ja, und dann brauche ich natürlich noch eine Homepage.“ – Und ebenso regelmäßig treibt mich gerade dieser Satz an den Rand der Verzweiflung, mindestens jedoch stürzt er mich in einen handfesten Interessenkonflikt.

Einerseits verdiene ich meinen Lebensunterhalt damit, das Erscheinungsbild von KMU-Kunden zu gestalten. Andererseits sind mir die unendlichen Weiten des Internet und die Bedeutung einer einzelnen Website darin schmerzlich bewusst. Was also soll ich meinen Kunden antworten?

Von Homepages und Websites

Zunächst einmal rücke ich die Begrifflichkeit ein wenig zurecht: eine „Homepage“ ist nämlich im allgemeinen Sprachgebrauch eine Sammlung privater Internetseiten, die einzig und allein der hobbymäßigen Selbstdarstellung dienen, dem Betreiber die Zeit vertreiben und Spaß machen sollen. Jugendliche richten sich solche Homepages gern kostenlos ein; aber nicht nur junge Menschen pflegen eine solche Preisvorstellung ;-)

Der wohl überlegte, gut konzipierte und solide umgesetzte Internetauftritt einer Firma hingegen heißt: Website. Und die ist beim besten Willen nicht gratis zu haben. Das hat vor allem damit zu tun, dass der Bäcker des Webdesigners für seine Brötchen Geld verlangt.

So, und schon wird er wieder aktiv, mein handfester Interessenkonflikt. Denn kaum habe ich meinem Kunden die Kostenproblematik nahe gebracht, kann ich schon an seinem Gesichtsausdruck ablesen, welchen Gewinn er aus dieser Investition erwartet.

Was Aliens mit Ihrer Website gemeinsam haben

An dieser Stelle bin ich regelmäßig gezwungen, auf dem denkbar schmalsten aller Grade zwischen verkaufen und abraten zu wandern. „Eins ist klar“, sage ich und rate dem Kunden damit indirekt, sich dafür zu entscheiden, „ohne Website sind Sie so gut wie unsichtbar.“ – Aber mit einer Website ist es beim besten Willen auch nicht getan.

Eine einzige Website ins Internet zu stellen und zu erwarten, alle User würden sich jetzt in Kunden verwandeln, kommt nämlich dem Versuch gleich, mit einer handelsüblichen Taschenlampe ins Universum zu leuchten, in der Hoffnung, ein paar Außerirdische interpretierten dies als Kontaktaufnahme.

Selbst wenn die Website zumindest in den wichtigsten Suchmaschinen angemeldet wurde, heißt das noch lange nicht, dass sie auch gefunden wird. – Allein dieser Satz lässt einige Kunden daran zweifeln, ob ich meine Dienstleistung als Webdesigner denn auch wirklich verkaufen möchte. Doch, doch, das möchte ich. Sehr gern sogar. – Aber was nützt es denn, die eigene Website auf Platz eins zu finden, nachdem Sie nach sich selbst gegoogelt haben?

Sie kaufen sich doch Ihre Waren nicht selber ab, oder? Und wie sollen potentielle Käufer Ihre Website finden, wenn Sie gar nicht wissen, dass es Sie neuerdings auch im World Wide Web gibt? – Na, sehen Sie!

Ihre Website muss also speziell für Suchmaschinen optimiert werden, damit Sie auch unter den Suchbegriffen gefunden wird, die für Ihr Angebot Sinn machen und welche die Nutzer auch tatsächlich verwenden. Das kann durchaus ein etwas langwieriger Prozess sein, der keinesfalls mal eben aus dem Ärmel geschüttelt werden kann. Und eine ordentliche Suchmaschinenoptimierung (SEO – engl. Search Engine Optimization) geht sogar richtig ins Geld.

Content Is King – Nur der Inhalt zählt

Ungeachtet dessen nützt auch die beste Suchmaschinenoptimierung (SEO) nichts, wenn Ihre Website dem Nutzer nicht bietet, wonach er sucht: (für ihn) nützliche Information! – Auf eine hübsch gestaltete Website zu schreiben „ich bin der und der, mache das und das so und so“ reicht heutzutage nicht einmal mehr aus, um den Nutzer auf Ihrer Website zu halten. Geschweige denn, ihn dazu einladen, sich näher zu informieren und im Idealfall zu veranlassen, Kontakt zu ihnen aufzunehmen.

Sie müssen also auch noch guten Inhalt (Content) anbieten, also Texte entweder selber schreiben oder schreiben lassen. Und auch das kostet etwas.

Fazit: Eine Website ist der erste Schritt auf einem langen Weg in die Glückseligkeit der virtuellen Welt. Wenn Sie es ernst meinen, betrachten Sie sie als regelmäßige Investition, und dann zahlt sich diese über kurz oder lang auch aus.

Herzliche Grüße aus Berlin,
Klaus-Dieter Knoll
Grafikdesign, Webdesign, Mediengestaltung

 

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Eine Antwort zu “Eine Website bringt noch keine Kunden”

  1. Der Vergleich mit der Taschenlampe ist sehr gut und bringt die Problematik auf den Punkt.

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